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Johann Sebastian Bach

Italienisches Konzert, Französische Ouvertüre u.a.

Angela Hewitt

Hyperion/Koch 034571173061
(67 Min., 01/2000) 1 CD

Bei zeitgenössischen Kritikern hatte Bach bekanntlich nicht die allerbeste Presse. Der bekannteste Verriss stammt von Johann Adolf Scheibe, der Bach vorwarf, seine Kompositionen durch „verworrenes und schwülstiges Wesen“ zu entstellen. Dieser Scheibe nun war es, der zwei Jahre später Bachs Italienisches Konzert über den grünen Klee lobte, als „auf die beste Art eingerichtet, die nur in dieser Art zu setzen anzuwenden ist“.
Hat sich da das schlechte Gewissen über das frühere harsche Urteil gemeldet? Oder hat Scheibe beim Loben bloß nicht genau genug hingeguckt? Auch dieses Stück, das zunächst vor allem Effekt macht, ist überaus kunstvoll gesetzt. Man merkt das aber erst, wenn es so gekonnt gespielt wird wie hier von Angela Hewitt. Was diese famose kanadische Pianistin angeht, muss ich mir keine Vorwürfe machen: Schon ihre Einspielung der "Goldberg-Variationen" (siehe Rezension) wurde von mir in den Himmel gehoben.
Hier werde ich bestätigt: Intellektuelle Präsenz und ein überaus „bachischer“ Klavierton verhelfen auch dieser Produktion zu bleibendem Wert. Selbst aus den überaus spröden vier Duetten kann Hewitt manch poetischen Funken schlagen. Nicht der grandios überschätzte Erzromantiker Glenn Gould, sondern diese abgeklärt sinnliche Grande Dame des Bach-Spiels wird späteren Generationen als Kanadas bleibender Beitrag zur Bach-Kultur (und damit zur Musikkultur insgesamt) gelten.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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