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Niccolò Paganini

Violinkonzert Nr. 1

Shlomo Mintz, Limburg Sinfonieorchester Maastricht, Yoël Levi

Challenge Classics/SunnyMoos CC 72197
(58 Min., 7/1997) 1 DVD

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie jede andere, doch diese Geige hat es in sich – ein kleines Zettelchen nämlich, das verrät, dass dieses gute Stück Holz vom Meister Guiseppe Guarneri persönlich anno 1743 sorgfältigst bearbeitet und verleimt wurde. Zur berühmten Hardware kommt später auch noch ein berühmter Nutzer, Niccolò Paganini, womit die Sache klar sein sollte: Dieses Instrument ist nicht bloß gut, es ist auch teuer, und es darf – wie wir nun erfahren können – nur ganz selten von handverlesenen Virtuosen gespielt werden. Vor zehn Jahren hatte Shlomo Mintz die Ehre, die Guarneri von Paganinis Heimatstadt Genua, ihrem heutigen Eigner, für ein Konzert auszuleihen, was wiederum – lag’s nun am anwesenden Kamerateam, am kostbaren Instrument oder einfach an Italiens Liebe zum Theater – einen mittleren Staatsakt zur Folge hatte. Ein Glück, dass sich zwischen all die Sicherheitsleute und Carabinieri auch ein erfahrener Restaurator schmuggeln konnte, der mit Mintz das gute Stück mit dem vielversprechenden Namen "Il Cannone" in aller Ruhe konzertfein machte und so in das gefilmte Spektakel, das ästhetisch zwischen Dokumentation und Power-Point-Präsentation schwankte, noch hinreichend Sachlichkeit brachte. Und dann, endlich, das Konzert in Maastricht mit dem Limburger Sinfonieorchester, ein echtes Glanzstück. Auch wenn der Charakter des Instruments sich in seiner Individualität kaum wirklich authentisch bis ins Wohnzimmer überträgt, so klingt die kleine Kiste selbst im Livemitschnitt noch wirklich sensationell. Und Mintz erweist ihr alle geigerischen Ehren: Das teuflisch schwere erste Violinkonzert absolviert er mit jener unbedingten virtuosen Emphase, die Paganini hier vom ersten bis zum letzten Takt zum eigentlichen kompositorischen Programm gemacht hat.

Raoul Mörchen, 07.12.2007



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