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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse

Ponselle – American Recordings 1923 - 1929, Vol. 4

Rosa Ponselle, Ezio Pinza u.a.

Naxos Historical 8.11 1141
(69 Min., 1923 - 1929) 1 CD

Diese Aufnahmen hat Maria Callas zweifellos ganz genau studiert. Es ist verblüffend, wie sehr die Kritiken der Rosa Ponselle denen ähneln, die Maria Callas 30 Jahren später kriegen sollte: Gewiss eine beeindruckende Stimme, gesangstechnisch äußerst eigenwillig, von überwältigender emotionaler Macht. Enrico Caruso war ein großer Fan der Ponselle, die ähnlich wie er den Belcanto mit den Effekten des Verismo anreicherte. Mit Verdis "Macht des Schicksals" gab sie ihr Debüt, das fast in einer Katastrophe endete, ganze zwei Jahre studierte sie die Rolle der Norma, bevor sie sich damit auf die Bühne wagte. Diese beiden Rollen bilden den Schwerpunkt dieser Arienauswahl. Sie zeigt sowohl in Verdis "Pace, pace, mio dio" als auch in Bellinis "Casta diva" eine phänomenale Leichtigkeit der Stimmführung, berauschende Tonschönheit und eine atemberaubende Sicherheit in den dramatischen Koloraturen. In "Ernani involami" legt sie quasi nebenbei auch noch einen Geschwindigkeitsrekord hin, wohl der begrenzten Aufnahmezeit der Schellackplatte geschuldet. Selbst bei diesem beeindruckenden Tempo spricht die Stimme auch bei den kompliziertesten Manövern makellos an. Die Register sind perfekt verblendet, die Stimme gehorcht vom sanftesten Piano bis zur ganz großen vokalen Geste. Technische Perfektion ist hier bloß die Grundlage für schmerzlich berührende Interpretationen des emotionalen Kerns der Arien und nie für einen selbstverliebten Egotrip. Kein Wunder, dass Rosa Ponselle bis heute zu den unerreichten Vorbildern vieler Soprane gehört. Die Meisten der Aufnahmen dirigiert Rosario Bourdon und zeigt großes Gespür für die rhythmischen Freiheiten, die Ponselle sich nimmt. In den Ausschnitten aus "La forza del destino" singt mit Ezio Pinza einer der überragenden Bässe des Jahrhunderts. Die Aufnahmen sind angemessen restauriert, ohne den Charme der alten Aufnahmetechnik zu zerstören. Wenn es perfekten Gesang gibt, dann ist er in diesen Aufnahmen zu hören.

Uwe Friedrich, 07.12.2007



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