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Floratone

Floratone

Blue Note/EMI 3947863
(48 Min.) 1 CD

"Dies war eines der extremsten Studioprojekte, an denen ich je beteiligt war." Das sagt jemand, der wahrlich schon einiges hinter sich hat: der Gitarrist Bill Frisell. Aber im Falle der eigentümlichen Entstehungsgeschichte von "Floratone" muss man ihm schon recht geben. Ganz normal war diese Produktion nicht.
Ausgangspunkt der Platte waren Sessions, bei denen Frisell und der ebenfalls in Seattle lebende Schlagzeuger Matt Chamberlain 2005 einfach mal das Aufnahmegerät mitliefen ließen. Die nach Lust und Laune improvisierte Musik geriet in die Hände der Produzenten Tucker Martine und Lee Townsend. Sie schnippelten und klebten, arrangierten und sortierten das Material so lange um, bis aus den Probenraumjams etwas Neues entstand. Frisell und Chamberlain waren so angetan von dem Ergebnis, dass sie den Bassisten Victor Krauss, den Kornettisten Ron Miles und den Geiger Eyvind Kang ins Studio baten, um die gewissermaßen in der Retorte entstandenen Stücke zu komplettieren.
Das Resultat ist gottlob kein Frankenstein in Noten, sondern eine Sammlung von somnambul vor sich hin schleichenden Soundscapes – mal als Dub-Reggae getarnt, mal als Elektro-Country, mal im bekifften Rock-Idiom. Es ist alles ein bisschen gestaltlos und nebulös. Wirkt aber ungemein entspannend. Und zwar so sehr, dass wir uns über die stellenweise mangelnde Substanz nicht zu arg beklagen wollen.

Josef Engels, 07.12.2007



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