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Gansch & Roses

Thomas Gansch

Quinton/EFA 63208-2
(53 Min., 8/2001) 1 CD

Thomas Gansch, der österreichische Trompeter und Flügelhornspieler, rekrutiert sowohl seine Ästhetik als auch seine Mitspieler aus dem Umkreis des Vienna Art Orchestra. Auf seinem selbstkomponierten und -arrangierten Debüt "Gansch & Roses", ein quadratisches, mehrfarbiges Büchlein im Hardcover, hat er sich für die Besetzungen Nonett (sieben Bläser, Bass, Schlagzeug) und - auf drei der neun Titel - Trio (Trompete, Klarinette/Saxofon, Bass) entschieden.
Was hier vor sich geht, erfüllt Strawinskys Definition einer "Musik über Musik", das heißt, nicht außermusikalische Inhalte - wie z.B. Emotionen - werden Gegenstand der Musik, sondern die eigene Stellung des Komponisten zu Figuren und Strömungen der Musikgeschichte. Thomas Gansch bezieht sich auf den Jazz der fünfziger, sechziger Jahre und Figuren wie Dolphy, Ellington, Mingus oder Don Ellis, die er mit alpenländischer Folklore und verschiedenen Tanzformen konfrontiert.
Die buntgescheckte Mischung klingt in der lebendig musizierten, swingenden Praxis an keiner Stelle so kopflastig, wie ich hier formal angedeutet habe. Gansch' Ansatz funktioniert überraschend gut und ist eine kurzweilige Alternative zu all den müßigen Bestrebungen, historische Stile, die längst ihre Schuldigkeit getan haben, künstlich weiter zu beatmen.

Mátyás Kiss, 18.07.2002



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