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Sergei Rachmaninow, Peter Iljitsch Tschaikowski

Trio élégiaque, Trio op. 50

Abegg Trio

Tacet D 127
(114 Min.) DVD-Audio, Mehrkanal, läuft auch auf DVD-Playern, P + C 2003

Man staunt immer wieder, was sich der Tonmeister Andreas Spreer einfallen lässt um den Tacet-Kunden über die Dokumentation von Interpretationen auf hohem Niveau hinaus mit akustischen oder technischen Besonderheiten zu überraschen. Mal ist es die Verwendung von Röhrenmikrofonen, dann sind es ungewöhnliche Aufnahmepositionen und dieses Mal ein Verfahren, das Spreer als Weiterentwicklung seines "Real Surround Sound" nun "Moving Real Surround Sound" nennt.
Für den Surround-Hörer - die Voraussetzung bei dieser DVD-Audio - stellt sich zunächst alles ganz normal da, wenn man die Abhörposition inmitten des Trios mit dem Klavier im Rücken als normal betrachtet. Zu erleben gibt es eine exquisite Interpretation von zwei russischen Klaviertrios vom Ende des 19. Jahrhunderts - zwei schwelgerische Werke, die vom Abegg Trio in gut ausgewogenem Zusammenspiel mit viel Verve vorgetragen werden. Trotz des bisweilen dichten Klavierparts bleiben alle drei Stimmen gut durchhörbar; die beinahe drei Jahrzehnte währende Tradition des gemeinsamen Musizierens hat ihre Früchte getragen.
Doch damit nicht genug. Kaum ist die letzte Variation und Coda von Tschaikowskis Trio verklungen, geht es nochmals von vorne los und Spreer reizt nun (beinahe) alle Möglichkeiten aus, die das Medium bietet. Insbesondere im mittleren Satz von Tschaikowskis Trio nutzt er die einzelnen Variationen dazu, die einzelne Stimmen durch die räumliche Anordnung hervortreten zu lassen, Stimmen im Raum zu verschieben, gar beim "Tempo di Valse" in der Variation VI das ganze Trio um den Zuhörer zu bewegen; es entsteht eine Art Wandelkonzert, bei dem sich nicht die Zuhörer, sondern die Musiker bewegen.
Zugegeben eine ungewöhnliche Vorgehensweise, da sie aber aus der Musik heraus entwickelt und zusätzlich im Booklet ausführlich dokumentiert wird, ein sehr reizvolles Unterfangen und eine lohnende Erweiterung der Perspektive auf die eingespielten Werke im wahrsten Sinne des Wortes.

Peter Overbeck, 24.04.2004



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