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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Sergei Rachmaninow

Prélude cis-Moll, Corelli-Variationen u.a.,  Werke für zwei Klaviere

Margarete Babinsky, Holger Busch

Capriccio/Delta 49 295
(98 Min., 3/2000, 5/2000) 2 CDs

Rachmaninow war jener rare Vogel, der Schwermut wie dunklen Honig in akademisch ausgepichte Form goss, der die Virtuosengeste mit strukturaler Strenge und rhapsodischem Sich-Treibenlassen versöhnte - das fordert einen Interpreten, der genug Virtuose ist und genügend Analytiker, so wie der Komponist selbst einer war (und nach ihm beispielsweise Aschkenazy, vor allem aber Horowitz!). Rachmaninow "gut geübt", das geht nicht. - Es geht natürlich doch, die Stücke wirken immer noch, aber eigentlich nicht auf Tonträger.
Babinsky und Busch sind wackere Pianisten, die ihre Bösendorfer zum Klingen bringen, wenn auch nicht immer zum Singen, die technisch das Material zu 96 Prozent meistern, nur ohne diese Extra-Illumination, die echtes Virtuosentum spendieren würde, das tatsächliche oder nur brillant behauptete Über-der-Sache-Stehen: Gar nicht erst an Swjatoslaw Richter denken!
Schon Band eins der ersten CD, das weltberühmte Prélude cis-Moll-Prélude, will nach den hammerhart gemeißelten Fortissimo-Schlägen des Beginns nicht schwingen, nicht singen, es wird geradezu buchstabiert. Von hier über die klanglich nicht wirklich entschlüsselten Corelli-Variationen zum eher mechanisch als organisch sich steigernden g-Moll-Prélude aus op. 23 variiert das Bild kaum. Auch bei der Vierhand-CD nicht - da wird streckenweise vehement Klavier gespielt, aber auch massig und schwerfällig (etwa in den Walzern), auch nicht immer astrein im Zusammenspiel. Manchmal geht es nur noch um Nuancen, aber man vermisst sie! Allein die Bündelung diverser "Greatest Hits" rechtfertigt diese Aufnahmen nicht.

Thomas Rübenacker, 12.04.2001



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