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Live At The Blue Note

Eldar Djangirov

Sony SK 82876 74745 2
(76 Min., 10/2005) 1 CD

Der Pianist Eldar Djangirov ist ein Riesentalent. Dies offenbarte Anfang 2006 schon das schlicht mit seinem Vornamen benannte Debütalbum des am 28. Januar 1987 geborenen Kirgisen, und dies bestätigen die Liveaufnahmen aus dem New Yorker Jazzclub Blue Note. Sein Partner, der Bassist Marco Panascia, fällt jedoch gegenüber John Patitucci auf der ersten Disc ab, und dies bewirkt auch beim Schlagzeuger Todd Strait ein routinierteres Herangehen. Eldar selbst überzeugt durch seinen wunderbar differenzierten Anschlag im eigenen "Sincerely" und durch ein hochvirtuoses Solo über "Take The A Train", in dem er Anklänge an Oscar Petersons kraftvolle Linke mit Stridefiguren mischt. Ansonsten bleibt vom kanadischen Übervater zwar immer noch ein prägender Einfluss. Andererseits spielt Eldar beispielsweise im eigenen, perlenden "Someday" weichere, flüssigere, eher impressionistische Passagen, die mal an die schwebenden Momente in den frühen Aufnahmen von Chick Coreas "Return To Forever", mal an Herbie Hancocks Aufnahmen aus den 1960ern erinnern, aber bereits so selbstständig sind, dass sie keinen direkten Vorbildern zugeordnet werden können. Wenn sich in "You Don’t Know What Love Is" der Trompeter Chris Botti mit verhangenem Ton zu dem Trio gesellt, entsteht eine zarte, an den jungen Wynton Marsalis erinnernde Atmosphäre, und wenn der Trompeter Roy Hargrove in "Straight No Chaser" ins Horn stößt, brennt heißes Sessionfeuer. Für Botti ist Eldar ein exzellenter Begleiter und für Hargrove ein hervorragender Kommunikationspartner. Die live erkennbare Vielseitigkeit deutet an, dass mit Eldar einer der nächsten Großen heranwächst.

Werner Stiefele, 08.02.2007



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