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Four Elements

Elbtonal Percussion

ACT/Edel Contraire ACT 9438-2
(63 Min., 2005) 1 CD

Reine Schlagwerk-Ensemble sind an sich kein Novum. Doch die Offenheit, mit der die vier Hamburger ans Werk gehen, ist schon etwas Besonderes. Alle vier sind sie streng klassisch geschult, einer von ihnen hat auch eine grundständige Jazzschlagzeuger-Ausbildung. Grenzüberschreitung ist das eigentliche Programm, Schlagmusik in ihrer ganzen interkulturellen Vielfalt wollen sie populär machen. Auf Four Elements wird dabei im Gegensatz zu ihrem ersten ACT-Album auf deftigen Elektronik-Einsatz verzichtet. Neben rhythmisch ungeheuer vielschichtiger Klangmotivik strukturieren melodische Elemente, meist in zyklischer Anordnung und auf Metallofonen vorgetragen, das Geschehen. Das ist von bestechender Präzision, hat nichts mit Afro-Trance zu tun, verweist vielmehr auf Minimal Music oder auch auf den in den siebziger Jahren populären japanischen Crossover-Schlagwerker Stomu Yamashita. Die Elbtonal-Perkussionisten wissen, dass die grenzenlose Vielfalt perkussiver Klangmaterialien nicht automatisch vor der Gefahr des Klangeinerlei-Eindrucks eines Dauer-Gedengels schützt, und so suchen sie immer wieder die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern. Auf Four Elements sind dies der Jazzvibrafonist Christopher Dell, der Organist und Pianist Claus Bantzer und das Streichquintett G-Strings. Die Beiträge dieser Partner sind allerdings derart intensiv in die Arrangements integriert, dass der Eindruck eines Star-Featuring gar nicht erst aufkommt. Als Gäste werden noch Helga Pappert und Monika Lahajnar aufgelistet, doch was sie in das musikalische Geflecht einbringen ist kaum wahrzunehmen. Das alles spricht für ein wohl überlegtes Produktionskonzept, und das Ergebnis ist ein in sich stimmiges hochintelligentes und abwechslungsreiches Programm, das Herz und Sinne berührt und dabei auch den Bauch nicht auslässt.

Thomas Fitterling, 27.08.2005



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