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Giacomo Puccini

Tosca

Catherine Malfitano, Bryn Terfel, Richard Margison, Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Riccardo Chailly, Nikolaus Lehnhoff

Decca/Universal 0743201
(121 Min., 1998) 1 DVD, inkl. Dokumentation

Victorien Sardous Opernthriller dreht sich um Liebe, Eifersucht, Macht und Begehren, geografisch in Rom und zeitlich um 1800 verortet, genau ein Jahrhundert vor Entstehung der Oper. Puccini ließ sich zu einer ebenso wirkungsvollen und dichten wie motivisch raffiniert gestalteten Komposition inspirieren.
Das Konzept der Amsterdamer Tosca-Inszenierung aus dem Jahre1998 – überarbeitet wurde diese im Sommer 2007 in Baden-Baden präsentiert – wird von Regisseur in einer kurzen holländischen Dokumentation und im Booklet erörtert: Für Lehnhoff entpuppen sich die Räume der drei Akte, Kirche, Palast, Burg als "Menschenkäfige", gar als "Todesfallen"; tatsächlich überlebt keiner der drei Protagonisten. Bedrohlich ragt im zweiten und dritten Akt eine Turbine ins abstrakte Bühnenbild, eine Art "Daumenschraube", und Tosca gelingt es zunächst nicht, am Ende des zweiten Aktes zu flüchten. Im ersten Akt gibt es – nicht weniger bedrohlich – überdimensionale Kerzenleuchter zu sehen.
Es vermittelt sich in der Regie sehr gut die Beklemmung der Sängerin Floria Tosca, die zur Beute des zynischen Polizeichefs Scarpia werden soll und die sich, nachdem sie Scarpia erstochen und ihren Geliebten Cavaradossi durch eine List Scarpias verloren hat, durch einen Sprung in den Tod ihren Häschern entzieht. Die Personenführung setzt bis ins kleinste Detail die Gesten und Emotionen, im Libretto präzise vorgegeben und musikalisch in Puccinis Partitur mit musikalischen Motiven korrespondierend, um – die Bildregie unterstützt dies durch viele Großaufnahmen.
Grandios die Besetzung der Solisten, allen voran Catherine Malfitano, die als erst eifersüchtige, dann liebende und schließlich heroische Floria Tosca zahlreiche stimmliche Facetten entfaltet, ebenso Bryn Terfel als zynischer Scarpia und herausragend auch das Concertgebouw-Orchester, das unter Riccardo Chailly Puccinis vielleicht dichteste und vielfarbigste Partitur wirkungsvoll präsentiert.

Peter Overbeck, 14.09.2007



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