Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Gaetano Donizetti

Le delizie dell'amor – Arien  

Andrea Rost, Royal Philharmonic Orchestra, Charles Mackerras

Sony SK 62789
(71 Min., 2/1997) 1 CD

Man möchte geradezu mitsingen bei soviel Belcanto und italienischer Seele von Donizetti, Verdi und Puccini. Doch das verbietet der in den Pianissimo-Ansätzen betörend leichte Sopran Andrea Rosts. An der Wiener Staatsoper begann die Laufbahn der Ungarin mit "Lucia di Lammermoor", inzwischen hat sie die wichtigen Stationen Scala, Met und Covent Garden absolviert, und für mich fest, dass sie im Koloraturfach bald an vorderster Spitze stehen wird.
Ihre – wie Mozart sich auszudrücken pflegte – "geläufige Gurgel" ist auch auf dieser CD an vier Donizetti-Extrakten zu bestaunen. Wie selbstverständlich werden alle Verzierungskünste vorgeführt, die das Fach erfordert. Und Andrea Rost erklimmt, wenn auch mit einem Quentchen Sicherheits-Anlauf, höchste Höhen. Dabei demonstriert sie in einer Gratwanderung den lexikalisch feinen Unterschied zwischen dem mitunter unangenehmen Tremolo als einem Fluktuieren der Stimmintensität auf demselben Ton und dem Vibrato als dem natürlichen, schönen Schlagen der Stimme. Leider ist die Ausdruckspalette auf dieser Aufnahme nicht so breit gefächert wie das technisch-virtuose Repertoire.
Das Dirigat überzeugt nicht durchweg; über weite Strecken bietet Charles Mackerras lediglich beiläufige Begleitung. Zum Schluss bleibt noch eine Frage: Warum klingen die Mono-Aufnahmen der Callas aus den fünfziger Jahren technisch präsenter als die Hightech-Produktionen unserer Tage?

Christoph Braun, 28.02.1998



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wo kam das auf einmal her? Fragte man sich, als im November vergangenen Jahres dieser Schubert-Zyklus mit Nikolaus Harnoncourt und dem Chamber Orchestra of Europe aus den ORF-Archiven wie von Zauberhand wiederauftauchte. Harnoncourt war mit dem Kammerorchester eng verbunden, die Schubert-Sinfonien hatte er beim von ihm gegründeten Styriarte-Festival in Graz 1988 wellenschlagend dargeboten. Nun ist der Live-Mitschnitt auf 4 CDs erhältlich. Sowohl der Dirigent als auch das Orchester beweisen […] mehr »


Top