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Sergei Prokofjew

Die Verlobung im Kloster

Anna Netrebko, Larissa Diadkova, Nikolai Gassiev, Aleksander Gergalov, Marianna Tarassova, Yevgeny Akimov, Sergej Aleksashkin, Yuri Shkliar, Orchester des Mariinski Theaters, Ballett des Mariinski Theaters, Valery Gergiev, Vladislav Pazi

Philips/Universal 074 3076 7
(157 Min., 1998) DTS 5.0 Surround/PCM Stereo; Format 16:9; NTSC, Region Code: 0; U: E, D, F, Sp, I, Chinesisch; gesungen auf Russisch

"Così fan tutte", so könnte das Stück auch heißen, denn alle Frauen führen darin die Männer hinters Licht: den Vater Don Jerome, den von ihm als Schwiegersohn erwünschten ältlichen Fischhändler Mendoza (der stattdessen die Gouvernante, die "Duenna", abbekommt) und den Sohn Ferdinand, der seine Freundin Clara im Kloster finden wird. Am Schluss der turbulenten Geschichte sind drei Paare glücklich verheiratet. Die in Sevilla angesiedelte Komödie des englischen Dramatiker Richard Brinsley Sheridan hatte sich im 18. Jahrhundert schon als Libretto der komischen Oper "Duenna" mit der Originalmusik von Thomas Linley jr. und dessen Vater als wirkungsvoll und ungewöhnlich erfolgreich erwiesen.
Prokofjew vertonte die heitere Verwechslungsgeschichte in düsterer Zeit zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mit leichtfüßiger Melodik, eingängigen Ensembles und markanter musikalischer Charakterisierung; Schostakowitsch verglich das Werk sogar mit Verdis "Falstaff". Der DVD-Mitschnitt entstand im selben Haus, in dem auch 1946 die sowjetische Erstaufführung stattfand. Vor sieben Jahren erschien schon eine CD-Box, nun kann man die opulente, farbenprächtige Ausstattung und die mitreißenden Ensembleszenen auch im Bild erleben. Da gibt es tanzende Fischfrauen, Mönche in ausgelassener Stimmung, die sich - gegen Bestechung - zur im Titel genannten Doppelverlobung hinreißen lassen und einen rauschenden Ball zum Schluss. Die Inszenierung kann auf ausdruckstarke Darsteller und Sänger zurückgreifen, allesamt spielfreudig und gut zuhause in den Partien, darunter die damals erst Insidern bekannte Anna Netrebko als raffinierte Luisa, und engagiert unterstützt von Orchester und Dirigent. Das Bühnengeschehen wird in vielen Großaufnahmen gut eingefangen. Insgesamt zweieinhalb vergnügliche Stunden mit viel Situationskomik und schwelgerischer Musik und nicht nur Prokofjew-Fans zu empfehlen.

Peter Overbeck, 22.10.2005



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