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Structures

Terri Lyne Carrington

Act/edel contraire 9427-2
(60 Min., 11/2003) 1 CD

Terri Lyne Carrington sagt von sich, dass sie nur so gut sei wie diejenigen, mit denen sie jeweils spiele. Nun ist diese Aussage der selbstbewusste Kehrsatz der berühmten Jazz-Regel, dass jede Band nur so gut ist wie ihr Schlagzeuger; und mit Frau Carrington auf dem Drum Throne gebricht es da einer Band an nichts. Während sie auf ihrem ersten Album für Act von Musikern des Ranges eines Herbie Hancock oder Wayne Shorter beeindruckend gefordert wurde, präsentiert ihr zweites Album für das deutsche Label durchgängig ein homogenes Quartett, das sich als eine Gruppe von Gleichberechtigten versteht. Der große gemeinsame Nenner, der sie eint, ist eine von der M’Base geprägte aktuelle Mainstream-Stilistik. Die kantigste und inspirierteste Individualstimme ist dabei der Altsaxofonist Greg Osby. Gitarrist Adam Rogers beeindruckt dafür durch Wandelbarkeit; er sorgt für melancholiesüffige Akustikklänge oder unterfüttert an anderer Stelle das Geschehen mit typischen Backing-Riffs aus Miles Davis’ On-The-Corner-Zeit, dann wiederum klingt er fast wie die Keyboarder der späteren Miles-Bands; aber auch seinen John Abercrombie kennt er ganz genau. In E-Bassist Jimmy Haslip hat die Band den idealen Ground-Manager, der diese mitunter sympathisch vertrackte Musik tonal erdet, während die Schlagzeugbegleitung ihr mit Herz und Verstand glühende rhythmische Begeisterung einhaucht, wie sie nur durch intensives Zuhören gelingen kann. Spektakuläres versagt sich die Leaderin, doch sie überrascht erneut bei der einzigen Fremdkomposition der CD als ausdrucksstarke Sängerin.

Thomas Fitterling, 13.03.2004



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