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Sergei Prokofjew

Violinkonzert Nr. 2 g-Moll op. 63, Diverse Sätze aus den Cinderella-Suiten Nr. 1 op. 107 und Nr. 3 op. 109

Mira Wang, Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Thierry Fischer

Berlin Classics/Edel 0017632 BC
(55 Min.) 1 CD

Die acht Sätze aus den beiden Aschenbrödel-Suiten werden mit beschwingter Musizierlust geboten. Je länger man sie hört, desto ansteckender evozieren sie Bewegungsbilder – was bei Ballettmusik ja nicht gerade fehl am Platze ist. Man mag bei den während des Zweiten Weltkrieges komponierten Stücken spekulieren, was einen Komponisten wirklich bewogen hat, Musik mit allen Merkmalen "Heiler-Welt"-Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn die Uraufführung erst nach Kriegende stattfinden konnte, war etwas Erbauliches genau so wenig fehl am Platze, zumal Prokofjew seine Reflexionen zum Kriegsgeschehen anderweitig klar zum Ausdruck brachte.
Die Darstellung des Zweiten Violinkonzertes nimmt durch Ausformungssorgfalt und Vermeidung unnötiger Effekthaschereien ein. Man mag sich punktuell etwas mehr an rhythmischer Prägnanz und kaustischerem Auskosten der bizarren Partien, sowie bei Mira Wang eine breitere Farbpalette wünschen.
Die Aufnahmetechnik sorgt für gute Durchhörbarkeit und beim Violinkonzert für eine glückliche Balance zwischen – dem leicht hervorgehobenen – Solo- und dem Orchesterpart.
Bei Musikautoren sollte sich herumgesprochen haben, dass Prokofjew das g-Moll-Konzert ausdrücklich als Freundschaftsdienst für seinen zeitweiligen Violinpartner Robert Soëtens geschrieben hat und nicht als Auftragswerk komponiert wurde. Prokofjew konnte in seiner Autobiografie infolge seiner geänderten Lebensverhältnisse einfach nicht mehr zugeben, dass er einen "Kapitalisten" zum Freund hatte ...

Wolfgang Wendel, 27.09.2003



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