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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Franz Liszt

Ungarische Rhapsodien Nr. 2, 10, 13, Waldesrauschen u.a.

Marc-André Hamelin

Hyperion/Koch CDA 66874
(62 Min.) 1 CD

Der internationale Durchbruch des jungen franko-kanadischen “Megavirtuosen” Marc-André Hamelin vollzieht sich unaufhaltsam, auch wenn das breite Publikum sich lieber von Anti-Pianisten wie Helfgott blenden lässt: In Hamelins künstlerischer Physiognomie vereinen sich stupende Virtuosität, hochentwickelter Klangsinn und musikalische Intelligenz - also eine inzwischen sehr selten anzutreffende Kombination.
Nach seinen ersten Überraschungscoups mit Unspielbarem des französischen Klavier-Exzentrikers Charles Valentin Alkan oder der raffiniert-klangsinnlichen Deutung der Skrjabin-Sonaten hat Hamelin nun eine Art Konzept-Album mit ausgewählten Liszt-Stücken vorgelegt, die erneut Virtuosität mit Reflexion verbinden. Vier “Seiten” des unerschöpflichen Multitalents Liszt werden sichtbar: der schwärmerische Romantiker (mit “Waldesrauschen” oder “Un sospiro”), der magyarische Virtuose (in drei Ungarischen Rhapsodien), der kontemplative Grübler (“Nuages gris”, “En rêve”), der Geschichtenerzähler und Paraphraseur (“Réminiscences de Don Juan”).
In der eigenhändig verfassten Kadenz zur zweiten Ungarischen Rhapsodie schlüpft Hamelin selbst in die Rolle des romantischen Salonlöwen und lässt ein nicht enden wollendes Feuerwerk von Unspielbarem auf uns herunterprasseln, das selbst sein erklärtes Vorbild György Cziffra in Verlegenheit gebracht hätte. Eine Lehrstunde in vollendeter Lisztomanie, und die unheimliche Begegnung mit einem Musiker, der das Fürchten nicht gelernt hat.

Attila Csampai, 31.03.1997



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