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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Johann Sebastian Bach

Sechs Sonaten für Violine und Cembalo BWV 1014-1019

Dmitri Sitkowetzky, Robert Hill

Hänssler/Naxos 98.154
(76 Min.) 1 CD

Dass Bach auch im Kleinen Großes zuwege brachte, ist ein Gemeinplatz, lässt sich aber hier, an den Violinsonaten, besonders veranschaulichen. Wie sich die Violine etwa im ersten Opus nahezu unmerklich mit einem großen Crescendo über die verhaltene Cembalo-Einleitung legt, das erlebt man bei Dimitry Sitkowetsky als innigen, aus der Ferne her immer näher rückenden Klagegesang, der weit über die materiale Gestaltung der standardisierten barocken Affektenlehre hinausreicht. Wie andererseits eine verhaltene Moll-Färbung eine für Bach charakteristische eigentümliche Verbindung mit vitalem Drive eingehen kann, lässt sich an einigen Allegro-Sätzen studieren.
Solche “innerlichen” Momente sind es denn auch, die der Gesamtaufnahme der sechs Sonaten mit ihren jeweils vier Sätzen - dem Schema langsam - schnell - langsam - schnell folgend - den Eindruck stupider Eintönigkeit nehmen. Dabei driftet Sitkowetsky nie ins gefühlsduselige Schwärmen ab, vielmehr produziert er einen schlanken, mitunter leider auch spitzen Geigenton. Bei allen individuellen Freiheiten im Ausdrucks-“Malen” bleibt die barocke Motorik als wichtiges Gerüst unangetastet. Das verdankt sich auch und vor allem Robert Hills detailgetreuem (und verzierungsgeübtem) Cembalospiel.

Christoph Braun, 01.12.1999



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