Responsive image

Electric Sufi

Dhafer Youssef

Enja/Edel Contraire ENJ-9412 2
(67 Min., 11/2000, 12/2000) 1 CD

Nur selten gehen Tradition und Moderne eine so glückliche Verbindung ein wie in der Musik des tunesischen Oud-Spielers Dhafer Youssef. Nichts gegen Anouar Brahem und Rabih Abou-Khalil - aber Youssef scheint mir von den dreien das größte Kommunikationstalent zu besitzen. Und das nicht nur, weil er am wenigsten vor westlichen, elektronischen Sounds zurückschreckt, sondern ironischerweise, weil er sich gerade angesichts einer ihm potenziell fremden Umgebung am stärksten an seine aus der islamischen Sufi-Tradition gespeisten Wüstenklänge hält.
So "humanisieren" und kontrapunktieren die Wärme der Gesangsstimme und der Laute Youssefs, der Bansuri (Bambusflöte) Deepak Rams und des Kontrabasses von Dieter Ilg die fast schon tiefgefrorenen Töne aus Markus Stockhausens Trompete sowie die aus der Retorte stammenden Ambient-Klänge, die verschiedene Mitwirkende gelegentlich dezent einfließen lassen.
Als wichtige Mitarbeiter Youssefs wären noch zu nennen: der Gitarrist Wolfgang Muthspiel, der E-Bassist Doug Wimbish, der Schlagzeuger Will Calhoun und besonders der subtile Perkussionist Mino Cinelu, die allesamt erstaunlich zurückhaltend agieren. Genau das Richtige für Hörer, welche ausgetretene Bahnen verlassen möchten, ohne ihre musikalischen Ansprüche herunterzuschrauben.

Mátyás Kiss, 09.08.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top