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Shamans

Aziza Mustafa Zadeh

Decca 470 234-2
(68 Min., 2001) 1 CD

War man nach dem künstlerischen Debakel ihrer vorigen CD "Inspiraton" geneigt, Aziza Mustafa Zadeh abzuschreiben, kann nun Entwarnung gegeben werden: Ihre neueste Aufnahme, entstanden in Londons berühmten Abbey-Road-Studios, geriet durchaus anhörbar. Obgleich sie mehr singt als jemals zuvor, scheint sie ihre am Scatgesang und der klassischen Technik ihrer Mutter geschulten Stimmbänder besser unter Kontrolle zu haben als bei früheren Gelegenheiten. Ihr recht eigenwilliger Stil beruht - mehr noch als ihre Kompositionen - auf den Skalen des aserbaidschanischen Mugam.
Das Klavier bearbeitet Aziza Mustafa Zadeh nach wie vor wie eine Berserkerin - den musikalischen Wert der Pause scheint sie immer noch nicht ganz erkannt zu haben. Dass keine weiteren Musiker mitwirken, welche die tatumesk dichten Texturen nur verklebt hätten, empfinde ich als erholsam - wie überhaupt die Musik in der ruhigeren, zweiten Hälfte der CD ihre besten Momente hat. Der Jazzanteil dieser orientalisch eingefärbten, im wesentlichen aber von der abendländischen Romantik inspirierten Musik fällt dabei jedoch erstaunlich niedrig aus.

Mátyás Kiss, 24.01.2002



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