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Inspiration - Colors & Reflections

Aziza Mustafa Zadeh

Columbia/Sony 5 099750 109526
(79 Min., 2/1993, 2/1994, 1/1995, 2/1995) 1 CD

Aziza Mustafa Zadeh und Brad Mehldau haben einiges gemeinsam: Beide sind unverbesserliche Romantiker, beide halten sich für Komponisten, und beide glauben, die Langeweile, die sie auf diesem Gebiet verbreiten, durch den Wechsel zwischen Solo- und Comboaufnahmen überspielen zu können.
Nun verdient es Aziza Mustafa Zadeh durchaus, als Pianistin ernst genommen zu werden. Muss sie aber dazu unbedingt als Sängerin dilettieren? Mit dem übertriebenen Tremolo einer abgehalfterten Operndiva versucht sie sich an nahöstlichem Popjazz - ihr Wimmern qualifiziert sie auf Anhieb als aserbaidschanische Yoko Ono. Und was sich nach Temperament, gar Leidenschaft anhören soll, wirkt bloß aufgekratzt und überkandidelt.
Was diese Produktion - ihre sechste - vollends zum Ärgernis macht, ist die Herkunft der Aufnahmen selbst: Sie entstanden allesamt vor sechs bis acht Jahren, ohne deswegen als "Best Of"-Auswahl durchzugehen: Ich habe eher den Eindruck, dass hier von Produzentenseite versucht wurde, aus abgebrochenen Aufnahmesitzungen und Überbleibseln schon veröffentlichter Platten ein neues Album zu türken.
Aziza Mustafa Zadeh scheint seit einiger Zeit in einer Schaffenskrise zu stecken - "Jazziza", auch schon von 1997, bot überwiegend Fremdmaterial. Das aktuelle, von der Crème der Fusionszene streckenweise durchaus ansprechend begleitete Sammelsurium wirkt genauso beliebig wie sein nichtssagender Titel. "Inspiration" zeigt neben dem Ausbleiben derselben vor allem Zadehs Orientierungslosigkeit.

Mátyás Kiss, 23.11.2000



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