Responsive image
Joseph Haydn

Flötentrios Hob. IV:6-11

Ensemble Agora

Fermate FER 20010
(50 Min., 5/1993) 1 CD

"Zart wie ein Aquarell" seien Haydns Flötentrios, schreibt der Musikwissenschaftler H. C. Robbins Landon im Beiheft dieser Aufnahme, und er hat zum Glück Unrecht: Das Ensemble Agora spielt auf historischen Instrumenten; die Streicher (Geige und Cello) klingen drahtig, profiliert und obertonreich, die Flöte ist eine Traversflöte mit dem typischen hauchigen, gesanglichen, leicht „holzigen“ Klang. Haydns Stücke erhalten dadurch markante Akzente - zumal die drei Musiker (Monika Mayer, Margarete Adorf und Matthias Hoffmann) ihr Handwerk wirklich verstehen.
Haydn hat in diesen Stücken, die er „Divertimenti“ nannte und so zum Genre der gehobenen Unterhaltungsmusik zählte, viel Abwechslungsreiches eingebaut: Rokokohaft Einfaches wechselt mit klassischen Kammermusikdialogen, in manchen Stücken zeigt sich die Flöte gar von ihrer folkloristischen Seite. So manchen Satz hat er durch Übernahmen aus Haydn Opern oder anderen Kammermusikwerken gewonnen.
Leider fehlt der CD das entscheidende Quäntchen, um wirklich herausragend zu sein. Die drei Musiker sind eine Spur zu wenig Ensemble, spielen so manche Dialogmöglichkeit nicht gut aus und kleben zu sehr am Notentext. Die Folge ist eine gewisse Steifheit des Musizierens. Und es gibt auch einen kleinen Geigenquietscher zu vermelden (zweiter Satz von Divertimento 2), der beim hohen Anspruch des Labels eigentlich nicht vorkommen dürfte.

Oliver Buslau, 01.03.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top