Ein Meer aus Pastell. Rüschen über Rüschen, bauschende Röcke. Man trägt Kleider spazieren: Massenets "Manon" als Kostümschau. Und als Vehikel für Renée Fleming. Die ist nicht Manon, sondern eine Primadonna, die Manon spielt. Königin der vollendeten Pose, der melodramatischen Schmerzensgeste, der glamourösen Leidenschaftsmiene. Grand Opera, so effektvoll wie oberflächlich. Singen kann das die Fleming - nicht ohne an Grenzen zu stoßen. Ihr fehlt die Leichtigkeit und mitunter ganz einfach die Höhe, vom idiomatisch französischen Stil ganz zu schweigen. An legendäre Manon-Interpretinnen wie Victoria de los Angeles und Beverly Sills reicht sie leider nicht heran.
Marcelo Alvarez spielt als Des Grieux in einer anderen Liga, und auch wenn dies offiziell die Fleming-Show ist: Der Tenor bleibt seiner Partie zumal stimmlich fast nichts schuldig. Darstellerisch wird er nicht gefordert, die Inszenierung von Gilbert Deflo bleibt ein vordergründiges und über weite Strecken langatmiges, spannungsloses Arrangement, woran auch die gut bis stark besetzten Nebenrollen und Jesus Lopez Cobos im Graben wenig ändern. Für Fleming-Fans ist diese DVD unvermeidlich. Aber auch nur für die.

Jochen Breiholz, 08.04.2006



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Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


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