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N° 1289
21. - 27.01.2023

nächste Aktualisierung
am 28.01.2023



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Franz Schubert

Sinfonie Nr. 8 C-Dur

Concerto Budapest, András Keller

Tacet S 249
(57 Min., 11/2017) SACD

Concerto Budapest wurde 1907 als Orchester der ungarischen Post gegründet und zählt zu den führenden Klangkörpern Ungarns, insbesondere seit András Keller im Jahr 2007 die künstlerische Leitung des Orchesters übernommen hat. Der international renommierte Geiger, Pädagoge und Gründer des Keller-Quartetts hat viele junge Musiker verpflichten können und hat auch das Repertoire stark aktualisiert. Jetzt erschien beim deutschen Label Tacet eine Mehrkanal-Aufnahme der großen C-Dur-Sinfonie Franz Schuberts, die bereits im November 2017 im akustisch exzellenten Italienischen Institut in Budapest aufgezeichnet wurde. Die lange Wartezeit hat aber ihrer Frische und Aktualität nicht geschadet, denn es ist eine vor positiver Energie strotzende, jugendliche-drängende Interpretation der letzten vollendeten Sinfonie Schuberts, die die ungebremste Spielfreude und das hohe Niveau dieses bei uns kaum bekannten Orchesters eindrucksvoll bestätigt.
Trotz der stattlichen Besetzung von 50 Streichern legt der erfahrene Kammermusiker Keller hier Wert auf strukturelle Transparenz und eine leichtfüßige, nervig-drängende Gangart, die in allen vier Sätzen, und selbst im mysteriösen Andante, heitere Aufbruchsstimmung verbreitet, uns so auch die im Booklet-Essay von Hans-Klaus Jungheinrich vertretene These einer „Summe von Haydn, Mozart und Beethoven, und obendrein noch von Schubert“, also einer „Sonntagssinfonie“, eindringlich in Klang setzt: Dabei verlieren die Budapester Musiker aber nie ihre große Tradition „kakanischen“ Wohlklangs, also einer durchaus Wien-verwandten runden Eleganz und Noblesse, die immer die große Linie, den langen Atem wahrt und sich nicht in allzu schroffe Details und scharfe Konturen verbeißt. So wahren sie eine sehr angenehme Balance zwischen sanft abgetönten Klangflächen und den vielen überraschenden dynamischen Impulsen, und geben nicht alle Geheimnisse seiner neuartigen Klangkultur preis: Es ist wirklich das letzte ungefährdete sinfonische Statement in C-Dur!

Attila Csampai, 21.01.2023



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