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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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„HOME.S“

Esbjörn Svensson

ACT/Edel 1090532AC1
(37 Min., 3/2008)

Die Stücke haben keinen Namen. Sie sind lediglich mit den ersten neun Buchstaben des griechischen Alphabets gekennzeichnet. Ob sie der Pianist Esbjörn Svensson zur Veröffentlichung vorgesehen hat, weiß niemand. Wahrscheinlich ist hingegen, dass er sie in den letzten Wochen vor seinem Tod bei einem Tauchunfall am 14. Juni 2008 als 42-jähriger zu Hause im Kellerstudio ohne die Hilfe eines Tontechnikers aufgezeichnet hat. Um die zehn Jahre lagerten sie auf einer Festplatte im Wohnzimmerschrank, und nach ihrer Wiederentdeckung dauerte es nochmals ein paar Jahre, bis sich Svenssons Ehefrau Eva zur Veröffentlichung entschloss.
Glücklicherweise, denn die neun Stücke zeigen einen anderen Esbjörn Svensson als die Platten und Konzerte von e.s.t., dem Esbjörn Svensson Trio – ruhiger wirken sie, nachdenklicher, ausgeglichener und oft auch romantischer. Hier muss nicht die Band ein Publikum mit einem neuen, von Rock und HipHop beeinflussten Triokonzept faszinieren. Hier darf Svensson seinen Träumen nachhängen und sich in intimeren musikalischen Welten bewegen. Da wandeln sich in „Alpha“ und „Gamma“ leise, versonnene Melodien in eine bewegte Klanglandschaft. Bei „Beta“ verweilt er im Zarten, bei „Delta“ setzt er auf die Energie der linken Hand als Gegenpol zu den fließenderen Bewegungen der rechten. In „Epsilon“ wirken die Melodiebögen wie Pendelschläge über Svenssons metronomisch stampfendem Fuß, während er in „Eta“ ein Freudenfeuer der Melodien und Rhythmen in ein melancholisches Finale überführt. Im Gegensatz dazu wirken die Einleitungen von „Zeta“, „Theta“ und „Iota“, als habe er sich die Strenge von Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier zum Vorbild genommen – allerdings ohne dessen Konsequenz der Durchführung aufzugreifen. Schade, dass dem Schweden nicht mehr die Zeit blieb, sein Solorepertoire auszubauen und auf die Bühne zu bringen.

Werner Stiefele, 19.11.2022



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