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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Francis Poulenc, Sergei Prokofjew, Benjamin Britten

Sinfoniettas

Lahti Sinfonieorchester, Dima Slobodeniouk

BIS/Klassik Center Kassel BISSACD-2601
(62 Min., 1/2021) SACD

Der Terminus „Sinfonietta“ steht für eine Sinfonie im Kleinformat und entstand erst im späten 19. Jahrhundert. Häufiger verwendet wurde er dann erst nach 1900, als diverse Komponisten sich wieder an der klassischen Tradition und deren Dimensionen orientierten. Das renommierte finnische Lahti Sinfonieorchester hat jetzt unter seinem scheidenden Chefdirigenten Dima Slobodeniouk drei herausragende Exemplare dieser besonderen Orchestergattung aus dem 20. Jahrhundert zu einem Album gebündelt und mit spürbarem Herzenseinsatz deren oft unterschätzte Qualität unterstrichen.
So ist die fünfsätzige Sinfonietta op. 5 des 18-jährigen Musikstudenten Sergej Prokofjew ein virtuos verspielter neoklassizistischer Geniestreich, der praktisch schon alle speziellen Merkmale des reifen Komponisten vorwegnimmt: Und man wundert sich, warum sie bis heute unbekannt blieb, während die 8 Jahre später entstandene „Symphonie classique“ Weltruhm erlangte.
Auch Benjamin Britten war erst 18, als er 1932 seine „Sinfonietta op. 1“ schrieb, die ebenfalls schon deutliche Züge seines eigenwilligen, geheimnisvollen, sich ständig verdichtenden Stils aufweist. Das absolute Highlight ist aber Francis Poulencs melodisch überbordende viersätzige Sinfonietta aus dem Jahr 1947, die sehr spät noch die Zauberkräfte einer entfesselt gehandhabten Tonalität und ihrer melodischen Verführungskräfte beschwört, als sei die sinnstiftende Kraft des einprägsamen Einfalls aller abstrakten Konstruktion überlegen. So erlebt man hier ein wahres Feuerwerk kleiner Ohrwürmer, die sich sofort festsetzen und die Stimmung heben: Und Poulencs Sinfonietta ist ein wunderbarer Appell an deren unmittelbare humane Kräfte. Man spürt, dass auch die finnischen Musiker diesem Zauber erliegen.

Attila Csampai, 05.11.2022



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