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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Eine seltene Vokalsache. Die Plattenfirma ermöglicht nicht nur ihrem Startenor ein neues Rezital (der freilich sein gegenwärtiges Arienrepertoire und vieles mehr bereits erschöpfend eingespielt hat), sie nimmt auch noch einen sehr guten, ihm vertrauten Bariton hinzu und lässt die beiden die schönsten italienischen Opernduette für diese Stimmen-Kombo vor den Mikrofonen singen. Das funktioniert, Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier sind ein eingespieltes Team, sehr gut vor allem bei der von beiden oft gesungenen „Forza del destino“, wo beide Protagonisten sich in Aggression wie (weil einander nicht erkennend) falscher Zuneigung singend zugetan sind.
Alle drei Duett-Begegnungen sind anders, hier sprachlich wie vokal allerfeinst ausgekostet. Was tut es, dass es diese von einem Münchner Mitschnitt bereits auf DVD gibt, Kaufmann zudem als Otello mit dessen großem Duett (mit Marco Vratogna und Carlos Álvarez) bereits zweimal bei seinem Label vertreten ist? Er und der emotional etwas abwägendere Tézier mischen sich gut in ihren Timbres, das ist Operngesang der besseren Art.
Freilich hätte man sie beide lieber schon vor einigen Jahren ins Studio locken sollen, sie sind über 50, die Frische vokaler Jugend liegt hinter ihnen. Vor allem bei Kaufmann klingt es inzwischen gewohnt gaumig und dunkel gefärbt, da würde man sich für „La bohème“, „La Gioconda“, und ganz besonders „Don Carlos“ einfach frischere, funkelndere Stimmen wünschen. Und auch wenn man nur in vier von neun Titeln inhaltlich übereinstimmt, das bisher legendäre Tenor-Bariton-Duo auf Platte, Jussi Björling und Robert Merrill
von 1950/51, es bleibt unerreicht. Dafür liefern Antonio Pappano und sein Orchester der Akademie St. Cecilia Rom die bestmögliche Italo-Untermalung.

Matthias Siehler, 15.10.2022



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Kommentare

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Ebba Anders
Diese CD ist wohl nicht die Idee von Sony, sondern die Initiative von Kaufmann und war auch erst in der Zeit des Lockdowns möglich (von wegen "vor einigen Jahren ins Studio locken"). "Frischere, funkelndere Stimmen" sind nicht immer alles; da fehlt es oft an interpretatorischer Differenzierung und Intelligenz. Neuaufnahmen schaden übrigens gar nicht, sie zeigen interessante Vergleiche. Der Londoner "Otello" leidet unter dem miserablen Jago, Álvarez und Tézier unterscheiden sich deutlich. Das Plus dieser Aufnahme gegenüber vergleichbaren liegt eher in der musikalischen Harmonie zwischen den beiden Sängern und der theatralischen Lebendigkeit ganzer Szenen, statt im stimmlichen Showdown als Selbstzweck.


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