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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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John Adams

Orchesterwerke

Tonhalle-Orchester Zürich, Paavo Järvi

Alpha/Note 1 ALP874
(54 Min., 3/2022)

Die ersten Minuten gehören einer Solo-Trompete, die von ätherischen Streichern getragen wird. Plötzlich zieht das Geschehen an, entwickelt sich ein monströses Orchester-Hybrid. Märsche, Fanfaren, Hymnen, Big Band- und Musical-Fragmente fallen übereinander her, steigert sich die Drei- und Vierfachbeschichtung in einem kollapsartigen Fortissimo. So tickt es gleich zu Beginn eines Orchestertriptychons, dessen Titel man eigentlich gar nicht kennen muss, um zu erahnen, wer hier postum geehrt wird. „My Father Knew Charles Ives“ lautet das Werk, mit dem John Adams dem Kollegen Charles Ives und damit dem Vater der amerikanischen Musik seine Referenz erwiesen hat. Und Adams, dieser geistig-künstlerische Ziehsohn, macht das nicht nur unverblümt direkt, mit Anleihen etwa an Ives’ legendäres Stück „The Unanswered Question“. Die stilistische Vielfalt und Gemengelage hat Adams hochvirtuos, raffiniert und effektvoll derart für großes Orchester inszeniert, dass nun auch das Tonhalle-Orchester Zürich seine ganze Könnerschaft unter Beweis stellen kann. Das von Chefdirigent Paavo Järvi geleitete Adams-Porträt hat aber noch einige weitere, kaleidoskopartig angelegte Kunst- und Gebrauchsstücke zu bieten. Die trompetenlastige Fanfare „Tromba lontana“, die 1986 für das Houston Symphony Orchestra entstand, greift den Ives-Faden noch mal auf. „Slonimsky’s Earbox“ von 1995 sowie das für Sir Simon Rattle komponierte Finale „Lollapalooza“ leben hingegen von einem verschachtelten Minimal Music-Drive mit hohem Entertainment-Faktor.

Guido Fischer, 10.09.2022



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