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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Sergei Rachmaninow, Johannes Brahms

Kammermusik

Yuja Wang, Andreas Ottensamer, Gautier Capuçon

DG/Universal 002894862388
(81 Min., 7/2021)

Wahre Freundschaften begleiten einen durch alle Höhen und Tiefen, auch in der Musik. Wenn die Pianistin Yuja Wang und der Cellist Gautier Capuçon gemeinsam auftreten, merkt man ihrem Zusammenspiel eine große Vertrautheit an. Melancholisch und verhalten beginnt Sergei Rachmaninows Sonate für Klavier und Violoncello g-Moll op. 19. Behutsam tasten sich die beiden Instrumentenstimmen aneinander heran, dann hellt sich die Stimmung auf. Das Stück entfaltet tänzerischen Schwung und endet übermütig und furios. Der Komponist widmete die Sonate seinem Psychiater Nikolai Dahl, einem Hobby-Cellisten, der ihn durch Hypnose von schweren Depressionen befreite. Als Solistin in Rachmaninows äußerst fordernden Klavierkonzerten macht Wang seit längerem ihrem Ruf als Tastenlöwin alle Ehre. Als Kammermusikerin stellt sie ebenso eindrucksvoll unter Beweis, wie sensibel sie leise Passagen gestalten kann. Genau diese Rachmaninow-Sonate spielten Wang und Capuçon bei ihrem ersten gemeinsamen Duo-Auftritt 2013 in Verbier und legten damit den Grundstein für ihre künstlerische Beziehung. In einer Molltonart steht auch die erste Cello-Sonate op. 38 von Johannes Brahms, aus der eine geheimnisvolle Sehnsucht aufsteigt. Der lange erste Satz Allegro non troppo ist ein intensiver Dialog, bei dem die Spannung nie abreißt. Graziös und keck erklingt das Menuett im Mittelteil, während der letzte Satz deutlich durch Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ geprägt ist. In Brahms’ spätem Klarinettentrio a-Moll op. 114 ist schließlich der ebenfalls vertraute Kammermusikpartner Andreas Ottensamer mit von der Partie. Die etwas dunkler getönte A-Klarinette verbindet sich hier ausgezeichnet mit dem Klang von Cello und Klavier. Ein musikalisches Gipfeltreffen, das sicherlich in Erinnerung bleibt.

Corina Kolbe, 03.09.2022



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