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N° 1266
13. - 19.08.2022

nächste Aktualisierung
am 20.08.2022



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John Cage

„Four Walls“

Alexei Lubimov, Marianne Pousseur

Fuga Libera/Note 1 FUG793
(55 Min., 7/1994)

Für John Cage galt stets: Nur bloß nicht zu viele Noten! Und an dieses Motto hielt sich der bekennende Zen-Buddhist und Verfechter der Stille oftmals überaus strikt. Legendär ist da sein Konzeptstück „4’33“, bei dem nichts anderes erklingt als Nichts. Hier und da konnte Cage dann doch seinen Ruf als Radikal-Minimalist korrigieren. Wie im Fall der für Klavier geschriebenen „Four Walls“, bei denen es bisweilen ziemlich robust und in scheinbarer Anlehnung an Igor Strawinskis „Frühlingsopfer“ zugeht. 1944 hatte Cage seine „Four Walls“ tatsächlich als Ballettmusik komponiert, für seinen Freund Merce Cunningham, der das Stück in New York nicht nur choreografierte. Für den 9. der insgesamt 15. Sätze, die oftmals nicht länger als eine Minute dauern, schrieb Cunningham die Zeilen für einen kleinen Song über eine Nachtigall. In der Live-Aufnahme der „Four Walls“ vom Lockenhaus-Festival 1994 und mit dem russischen Pianisten und Cage-Experten Alexei Lubimov übernimmt nun Marianne Pousseur den Gesangspart dieses so entrückt wirkenden, wie aus einer anderen Sphäre hineinschwebenden Lieds. Und so wie diese Musik eine geradezu magische Anziehungskraft besitzt, so gilt das erst recht für all die minimalistischen Tastenerkundungen, die sich dann doch vorrangig in den Grenzbezirken zwischen Stille und Nicht-Stille bewegen. Be- und auch ein wenig verzaubernd ist das.

Guido Fischer, 06.08.2022



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