home

N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Responsive image
Francesco Sacrati

„La finta pazza“

Mariana Florès, Filippo Mineccia, Cappella Mediterranea, Leonardo García Alarcón u. a.

Château de Versailles/Note 1 CVS070
(148 Min., 6/2021) 3 CDs

„La finta pazza“, – „die vorgetäuschte Verrückte“, das ist eine 1641 in Venedig uraufgeführte Oper von Francesco Sacrati. Den kennt man eigentlich nur, weil er – vermutlich – das herrliche Schlussduett für die ein Jahr später dort herausgekommene „L’incoronazione di Poppea“ Claudio Monterverdis komponiert hat. Lange galt diese extrem frühe Oper, die gleichwohl so erfolgreich war, dass sie sofort auf eine Art Tournee ging (vermutlich sogar, mit französischen Zusätzen, als erste Oper überhaupt in Paris gegeben wurde), als verloren. Bis in einer Privatsammlung eine Abschrift auftauchte. Die hat der versierte, in Genf lehrende argentinische Dirigent Leonardo García Alarcón gefunden, mit seiner diesmal mit nur 15 Musikern sehr klein besetzten Cappella Mediterranea aufgeführt und nun auch eingespielt. Die Geschichte ist antik, auch Georg Friedrich Händel hat sie als „Deidamia“ vertont, sie erzählt von der gleichnamigen griechischen Königstochter, bei der sich der verliebte Achilles auf der Insel Skyros versteckt. Als ihn sein Freund Odysseus für den trojanischen Krieg abziehen will, verkleidet er sich als Frau, wird aber entlarvt. Worauf Deidamia so tut, als wäre sie wahnsinnig geworden, um ihn zu retten. Wie damals üblich, besteht die Oper nur aus ausdrucksvollen Rezitativen. Doch dank einer feinen Sängerbesetzung mit Mariana Florès (Deidamia), dem Countertenor Filippo Mineccia (Achille), Gabriel Jublin (Ulisse) und den beiden grandiosen Komikern Kacper Szelążek (Eunuco) und Marcel Beekman (Nodrice) entfaltet sich der ganze, dramatische, komische, erotische, tänzerisch bewegte, jedenfalls sehr subversive Zauber der Oper in ihren Kinderschuhen. Eine echte Entdeckung!

Matthias Siehler, 18.06.2022



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


Abo

Top