Alpha/Note 1 ALP627
(57 Min., 12/2018, 10/2019)
Als „postromantisch-mitteleuropäische Musik“ hat der finnische Komponist Esa-Pekka Salonen einmal seinen Stil bezeichnet. Und besonders der Einfluss von Claude Debussy spielt dabei eine große Rolle, wie nun auch sein Konzert für Violoncello und Orchester zeigt. So lebt direkt der Eröffnungssatz von dem fluiden Flimmern und Funkeln à la Debussy. Der langsame Satz entwickelt aus einer magisch-sinnlichen Klangwolke einen geheimnisvollen und zugleich anmutigen Zauber. Wie sein Idol zeigt sich Salonen aber zugleich angezogen von den Klangdialekten jenseits der abendländischen Musiksprachen, etwa wenn die weltmusikalischen Wurzeln – wie im 1. Satz – bis in den Orient und die jüdische Musik zurückreichen. Oder wenn im Finale zwischen dem Solo-Cello und den Congas und Bongos ein virtuoser Hochgeschwindigkeits-Dialog entsteht, der von Ferne an die indische Musik erinnert. 2017 wurde das Cellokonzert vom Widmungsträger Yo-Yo Ma uraufgeführt und später auch als Album herausgebracht. Nun legt Nicolas Altstaedt die zweite Einspielung dieses Werks vor. Und zusammen mit den Rotterdamer Philharmonikern unter Dima Slobodeniouk kann Altstaedt im Vergleich zum Kollegen Ma bei der Klangfarbenintensität und den Spannungsbögen mehr als nur nach- und zulegen. Melodienselig, schillernd und knisternd zugleich kommt danach die Sonate für Violine und Violoncello von Maurice Ravel daher – für die Nicolas Altstaedt in Pekka Kuusisto nicht weniger als einen geigenden Seelenverwandten gefunden hat.
Guido Fischer, 04.06.2022
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