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N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



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Claude Debussy, Reynaldo Hahn

„La damoiselle élue“, „Études latines“ u. a.

Christiane Karg, Angela Brower, Daniel Behle, Tareq Nazmi, Gerold Huber, Max Hanft, Chor des Bayerischen Rundfunks, Howard Arman

BR Klassik/Naxos 900529
(56 Min., 7&11/2020, 5/2021)

Auf dem hauseigenen Label möchte der BR neben den beiden Orchestern des Bayerischen Rundfunks unbedingt auch den hervorragenden Chor präsentieren. Das ist einmal mehr mit diesem herrlich klingenden Album gelungen. Mag Claude Debussys frühe, einst für den Rompreis (den er zuvor bereits gewonnen hatte) eingereichte Chorkantate „La damoiselle élue“ als „kleines Oratorium mit einer mystischen, leicht heidnischen Note“ (Debussy) noch einigermaßen bekannt sein, auch diese gibt es hier allerdings erstmals in einer Bearbeitung von Chorleiter Howard Arman für zwei Klaviere (Gerold Huber und Max Hanft beherrschen die Tasten ganz vorzüglich mit impressionistisch-sinnlichem Flair). Ganz wunderbar mischen sich zu den Chordamen Christiane Karg und Angela Brower als edle Solostimmen. Sehr selten zu hören sind hingegen andere Debussy-Stücke wie das altertümlich schwebend a cappella ausschwingende „Les angélus“. Christiane Karg mit ihrem Faible für alles Französische kann ebenfalls im ganz und gar unbekannten Hauptwerk des zweiten hier vorgestellten Komponisten glänzen: den altertümelnden „Études latines“ von Reynaldo Hahn, der letztes Jahr 150. Geburtstag hätte feiern können. Diesmal darf der BR-Chor als gemischtes Klangvokalkollektiv antreten, zur Karg gesellen sich unter den vier weiteren Solisten noch der Tenor Daniel Behle und der Bass Tareq Nazmi für diese nach neoklassizistischer Art ausgezierten Gesänge einer imaginierten Antike. Und schließlich darf die Karg mit konturiertem, doch auch hauchigem Timbre ein Debussy- wie Hahn-Lied auf den gleichen Text singen. Ein nobler Wettstreit, den beide Komponisten auf ihre Art gewinnen.

Matthias Siehler, 26.02.2022



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