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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Camille Saint-Saëns

Violinkonzerte Nr. 1 und 3, Havanaise u.a.

Jinjoo Cho, Appassionato, Mathieu Herzog

Naïve-Indigo/375 Media 05217122
(80 Min., 3/2021)

Na also, es geht doch. Das Engagement von Jinjoo Cho beim französischen Label Naïve wird hoffentlich von längerer Dauer sein. Ihr Geigenspiel bei dieser Saint-Saëns-Hommage (zum 100. Todestag des Komponisten) ist von so zarten Grüntee- und Ingwer-Noten durchduftet, zupft an den Rändern der Töne so köstlich und individualisiert dabei erstaunlich selbstbewusst, wie man sich das nur wünschen kann. Auch in einer globalisierten Welt muss schließlich nicht alles, wo immer es herkommt, genau gleich klingen. Und Cho, nicht verwandt mit dem koreanischen Pianisten Seong-Jin Cho, verfügt über den wohl feinsten Seidenfaden eines Geigentons, der sich derzeit finden lässt.
Das mag bei Werken von Tschaikowski zuweilen etwas glatt klingen. Bei den elegant parfümierten Violinkonzerten Nr. 1 und 3 von Camille Saint-Saëns dagegen stellen sich ungeahnte atmosphärische Sensationen ein. Im berühmten „Introduction et Rondo capriccioso“ scheint der Ton zu verfliegen, so dünn und ätherisch versteht Cho ihn auszuspinnen. Bei der Havanaise freilich scheint der Rhythmus der Habanera zu flächig und verdunstet. Auch die Violin-Version der Arie „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ aus „Samson et Dalila“ kommt zu kernlos daher. Gottfried Benn würde spotten: „Dagegen ist eine Schnecke ein Wirbeltier.“
Woran die sehr widerstandslose Begleitung durch das französische Kammerorchester Appassionato einigen Anteil hat. Tut nichts: In Gestalt der (zuweilen) blonden Koreanerin ist eine Geigerin zu bestaunen, die Mut zu eigenen Tonlagen – und zu betörenden Tonsublimationen hat. Gern mehr davon.

Robert Fraunholzer, 29.01.2022



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