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N° 1236
15. - 21.01.2022

nächste Aktualisierung
am 22.01.2022



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„Within a Dream“

Dagobert Böhm

Ozella/Galileo Music Communication OZ090CD
(44 Min., k. A.)

Laut Dagobert Böhms Website ist es schon geschlagene 20 Jahre her, dass der Gitarrist ein Album unter eigener Beteiligung veröffentlicht hat. Der naheliegende Grund dafür: Böhm war als Gründer und Leiter des für seinen feinsinnigen Kammer- und Weltmusikjazz bekannten Labels Ozella schlicht zu sehr damit beschäftigt, die Tonträger anderer Künstlerinnen und Künstler herauszubringen.
Nun aber, nach dem Überstehen einer lebensbedrohlichen Erkrankung, hat der Wahl-Westfale wieder zu seinen akustischen Gitarren gegriffen. Unterstützt von Carsten Mentzel an Rhodes, Synths und E-Bass sowie unter gelegentlicher Hinzunahme von Gästen wie seinem Label-Star Karl Seglem am Tenorsaxofon tastet sich Böhm behutsam durch sein Œuvre. Stücke, die von seiner 1987 erschienenen Solo-Platte „Acoustic Moods“ oder aus der Zeit mit der Formation Acoustic Unit (der unter anderem Tony Lakatos angehörte) stammen, interpretiert der Gitarrist neu. Etwa, indem er Knut Hem an der Dobro und Ómar Guðjónsson an der Pedal Steel Guitar für die Nummer „Lone Station“ hinzubittet und zeigt, dass es auch in Skandinavien und um Paderborn herum noch echte Cowboys gibt.
Wenn man die sanften Kompositionen auf „Within a Dream“ als Stimmungsmusik bezeichnet, tut man Böhm übrigens keinesfalls unrecht: Er hat nämlich ein Faible für ungewöhnliche Gitarren-Stimmungen, die jedem Stück eine eigene Färbung verleihen, die mal folkig, mal jazzbezogen und mal sehr meditativ sein kann. Gewissermaßen als Service sind die entsprechenden Gitarren-Tunings im CD-Booklet vermerkt.
Ein Extra, auf das man bei der Aufnahme möglicherweise hätte verzichten können, ist hingegen der Einsatz von programmierten Drums und der ein oder andere Synthie-Sound. Wer allerdings so bescheiden-sympathisch ist wie Böhm, der nach eigenen Worten mit seinem Genesungs-Album „die Musikwelt nicht revolutionieren, sondern nur ein wenig schöner machen“ will, bei dem kann man ruhig mal ein Ohr zudrücken.

Josef Engels, 15.01.2022



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