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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



Ludwig van Beethoven

Violinsonaten Vol. 3 (Op. 30 Nr. 3, Op. 47, Op. 96)

Frank Peter Zimmermann, Martin Helmchen

BIS/Klassik Center Kassel BISSACD-2537
(79 Min., 8/2020)



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Ludwig van Beethoven

Violinsonaten Op. 30 Nr. 1-3

Christian Tetzlaff, Lars Vogt

Ondine/Naxos ODE1392-2
(71 Min., 8 & 9/2020)



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Respekt, das Werk ist vollbracht, Frank-Peter Zimmermann und Martin Helmchen haben die zehn Violinsonaten Ludwig van Beethovens fertig eingespielt. Es ist ihre erste Zusammenarbeit auf Platte und es ist eine sehr gelungene geworden, die nun, ganz chronologisch im August 2020 ihre Vollendung in den drei letzten Werken fand; darunter natürlich auch die Nr. 9, die Kreutzer-Sonate. Auf dem Cover stehen beide renommierten deutschen Musiker, die freilich das Alter scheidet, isoliert nebeneinander, Zimmermann schaut weg. Das allerdings ist nicht die Spielhaltung, die ist sehr zugewandt, eher gebend als nehmend. Die Temperamente, eher abwägend als losstürmend, stimmen auch sehr gut überein, nuanciert wird gefeilt und ausgedeutet. Man spürt aber trotzdem, ein wirklich blindes Vertrauen, ein beherztes Loslassen herrscht (noch) nicht. So wird auch mit einem eher großen, zupackenden Ton musiziert. Der der nobel und majestätisch als Klangdrama inszenierten Kreutzer-Sonate gut bekommt. Zimmermann spielt mit Nonchalance die Figurationen und sich auflösenden Triller im Andante con variazioni, nimmt feurig die Tarantella des dritten Satzes. Helmchen hechelt immer ein wenig hinterher.

Da gelingt dem seit Jahrzehnten kammermusikalisch zusammenspielenden Duo Christian Tetzlaff und Lars Vogt, die eben die drei mittleren Beethoven-Sonaten des Opus 30 vorgelegt haben, die viel harmonisch nuanciertere Interpretation. Man kann sehr gut das Herausarbeiten von Ausdrucksnuancen und die Strukturierung des Klangs spüren. Das ist wunderbar frei und doch auf einer Wellenlänge musiziert, mutig lässt man sich fallen und fängt sich gegenseitig auf, plaudert instrumental und kommuniziert völlig kongruent über seine Spielwerkzeuge. Von großem Respekt sei ihre Freundschaft getragen, sagen Christian Tetzlaff und Lars Vogt. Und dass sie immer wieder von den musikalischen Ansichten des anderen lernen und profitieren wollen – das hört man hier in jeder Sekunde und Note.

Matthias Siehler, 20.11.2021




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