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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



Jugendliches Mezzo-Schicksal: Als erstes muss in die Pagen- und Liebhaberbeinkleider gestiegen werden. Doch nachdem die jüngste französische Mezzo-Berühmtheit Marianne Crebassa 2016 mit „Oh Boy!“ ihrem Hosenrollen-Parcours Tribut gezollt und ein feines Mélodies-Album vorgelegt hat, darf sie jetzt auf ihrer dritten Erato-Soloveröffentlichung ihrer weiblichen Seite Tribut zollen. Der Titel „Séguedilles” verheißt bereits: Sie kommt uns spanisch; denn das ist zur Hälfte auch ihre Herkunft. Und natürlich ist da die sicher auch bald auf der Bühne kommende Carmen nicht weit. Von der gibt es mit biegsam-lockendem Tonansatz Habanera, Séguedille und Chanson bohème. Eng verwandt ist die tragische Salud aus Manuel de Fallas packendem Einakter „La Vida breve“. Eher ironisch komisch-iberisch kann sich die Crebassa als Massenets „Don Quichotte“-Dulcinea und als Offenbachs peruanische Straßensängerin La Périchole präsentieren. Unter den spanisch angehauchten Liedern gibt es Jesús Guridis „Chansons populaires castillanes“ oder „El desdichado“ von Camille Saint-Saëns zu entdecken. Natürlich darf in dem südländischen Allerlei der raffinierten Art auch Ravels „Chanson espagnole“ und ein Ausschnitt aus seiner Uhrmacher-Oper „L’heure espagnole“ nicht fehlen. Marianne Crebassa erledigt diesen Appetit auf mehr machenden Vokalspaziergang aber nicht im Alleingang, neben dem munteren Orchestre national du Capitole de Toulouse unter Ben Glassberg sind als Gäste die Sänger Stanislas De Barbeyrac, Adrianna Gonzales, Victoire Bunel und Céline Laborie aufgeboten, Thibaut Garcia spielt Gitarre, Alphonse Cemin Klavier. Olé!

Matthias Siehler, 13.11.2021



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