home

N° 1289
21. - 27.01.2023

nächste Aktualisierung
am 28.01.2023



Responsive image
Richard Strauss, Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Piotr I. Tschaikowski, Giacomo Puccini, Henry Purcell

„Amata dalle Tenebre“ (Arien)

Anna Netrebko, Orchestra del Teatro alla Scala, Riccardo Chailly

DG/Universal 002894860531
(67 Min., 10/2020 & 04/2021)

Nein, als „von der Dunkelheit geliebt“, so mag man sich Anna Netrebko, die im hellsten Starlicht strahlende russische Sopranistin, nun nicht wirklich vorstellen. Auch wenn sie auf ihrem ersten Soloalbum seit fünf Jahren, quasi ein Geburtstagsgeschenk an sich selbst zum Fünfzigsten, dauernd den Primadonnentod sterben muss. Trotzdem ist „Amata dalle Tenebre“ ein gemischtes Bouquet geworden, eine luxuriös flimmernde Resterampe, wo programmatisch nichts zusammenpasst, wo noch nicht eingespieltes Repertoire, Ausblicke auf Zukünftiges und überflüssige Arienwiederholungen keinen stilistisch kohärenten Fluss ergeben. Den ermöglicht auch nicht das noble, aber wenig beteiligte Dirigat von Riccardo Chailly am Pult des exquisit aufspielenden Orchestra del Teatro alla Scala. So bleibt es bei leckeren Bonbons in einer Glitzerschachtel. Wenn man die auswickelt, dann schmeckt vor allem der Strauss-Auftakt mit Ariadnes „Es gibt ein Reich“ fad, das Deutsch klingt wie schlecht gekaut und dann buchstabiert. Besser sind die drei Wagner-Drops, Elisabeths „Teure Halle“ und Isoldes „Liebestod“. Da hellt sie auf, wo sie als Ariadne zu dunkel glimmert. „Einsam in trüben Tagen“ gibt es schon auf DVD. Solide, aber mit seltsamen Tempi das nachgereichte „Ritorna Vincitor“ der Aida, nächstes Jahr singt sie die Rolle wieder in Salzburg. Nach der schon aufgenommenen ersten „Adriana Lecouvreur“-Arie gibt es nun zähflüssig die zweite: „Poveri Fiori“. Auch die Zweitaufnahmen von Elisabettas „Tu che le vanità“, Butterflys „Un bel dì“ und Manons „Sola, perduta abbandonata“ bringen nicht viel, man hört nur eine alternde, vibratoreichere Stimme. Gar nicht geht, zerdehnt und in miserablem Englisch, Purcells Dido-Klage. Ein leckeres Praliné ist dafür die etwas brustige, jedoch leidenschaftliche Lisa-Arie aus „Pique Dame“. Diese Rolle möchte man von der Netrebko endlich ganz hören!

Matthias Siehler, 06.11.2021



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

In den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts gehörte Selim Palmgren (1878-1951), ein Schüler von Ferruccio Busoni und Conrad Ansorge, zu den meistgespielten skandinavischen Klavierkomponisten. Seine Klavierwerke zeigen sowohl romantische wie auch impressionistische Merkmale und wurden von einigen der größten Pianisten der damaligen Zeit wie Ignaz Friedman, Myra Hess, Wilhelm Backhaus und Benno Moiseiwitsch aufgeführt und eingespielt. In unseren Breiten ist Palmgren nahezu […] mehr


Abo

Top