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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Richard Strauss, Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Piotr I. Tschaikowski, Giacomo Puccini, Henry Purcell

„Amata dalle Tenebre“ (Arien)

Anna Netrebko, Orchestra del Teatro alla Scala, Riccardo Chailly

DG/Universal 002894860531
(67 Min., 10/2020 & 04/2021)

Nein, als „von der Dunkelheit geliebt“, so mag man sich Anna Netrebko, die im hellsten Starlicht strahlende russische Sopranistin, nun nicht wirklich vorstellen. Auch wenn sie auf ihrem ersten Soloalbum seit fünf Jahren, quasi ein Geburtstagsgeschenk an sich selbst zum Fünfzigsten, dauernd den Primadonnentod sterben muss. Trotzdem ist „Amata dalle Tenebre“ ein gemischtes Bouquet geworden, eine luxuriös flimmernde Resterampe, wo programmatisch nichts zusammenpasst, wo noch nicht eingespieltes Repertoire, Ausblicke auf Zukünftiges und überflüssige Arienwiederholungen keinen stilistisch kohärenten Fluss ergeben. Den ermöglicht auch nicht das noble, aber wenig beteiligte Dirigat von Riccardo Chailly am Pult des exquisit aufspielenden Orchestra del Teatro alla Scala. So bleibt es bei leckeren Bonbons in einer Glitzerschachtel. Wenn man die auswickelt, dann schmeckt vor allem der Strauss-Auftakt mit Ariadnes „Es gibt ein Reich“ fad, das Deutsch klingt wie schlecht gekaut und dann buchstabiert. Besser sind die drei Wagner-Drops, Elisabeths „Teure Halle“ und Isoldes „Liebestod“. Da hellt sie auf, wo sie als Ariadne zu dunkel glimmert. „Einsam in trüben Tagen“ gibt es schon auf DVD. Solide, aber mit seltsamen Tempi das nachgereichte „Ritorna Vincitor“ der Aida, nächstes Jahr singt sie die Rolle wieder in Salzburg. Nach der schon aufgenommenen ersten „Adriana Lecouvreur“-Arie gibt es nun zähflüssig die zweite: „Poveri Fiori“. Auch die Zweitaufnahmen von Elisabettas „Tu che le vanità“, Butterflys „Un bel dì“ und Manons „Sola, perduta abbandonata“ bringen nicht viel, man hört nur eine alternde, vibratoreichere Stimme. Gar nicht geht, zerdehnt und in miserablem Englisch, Purcells Dido-Klage. Ein leckeres Praliné ist dafür die etwas brustige, jedoch leidenschaftliche Lisa-Arie aus „Pique Dame“. Diese Rolle möchte man von der Netrebko endlich ganz hören!

Matthias Siehler, 06.11.2021



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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