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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Johann Sebastian Bach

Die Toccaten

Claire Huangci

Berlin Classics/Edel 0302016BC
(72 Min., 8/2020)

Im Cembalo- bzw. Klavierschaffen von Johann Sebastian Bach haben seine sieben Toccaten BWV 910–916 immer noch nicht jene Popularität erlangt, wie sie etwa seine „Goldberg-Variationen“ oder selbst das harmlose „Italienische Konzert“ besitzen. Dabei dürfte eigentlich seit Glenn Gould überdeutlich sein, um was für in allen Belangen anspruchsvolle Werke es sich hierbei handelt.
Improvisatorischer Schwung trifft da auf kontrapunktisches Edelmaß, Groove auf Stolz, zuckersüße Kantabilität auf würdevolle Finesse. In den Toccaten steckt somit eigentlich alles, was den Geist von Interpreten schärft und zugleich in ihnen die unüberhörbare Lust herauskitzelt, unbedingt diese Musik spielen zu wollen. Genau diese Lust vermittelt nun auch Claire Huangci auf ihrer Gesamteinspielung. Kraftvoll, klar und voller Energie ist ihr Spiel. Zugleich fächert sie das bisweilen rhetorisch verschlungene Stimmengeflecht mit einer bewundernswürdigen Relaxtheit auf. Und auch der saftige bis forsche Drive kommt da nicht zu kurz. Angesichts des auch gestalterischen Profils, mit dem Claire Huangci beeindruckt und überzeugt, hätte es daher gar nicht des Ohrwurms bedurft, mit dem das Album eingeläutet wird. Es ist Bachs Orgel-Toccata und Fuge d-Moll in der Klavierfassung von Ferruccio Busoni – die gegenüber den modernen Klavier-Toccaten dann doch ziemlich old-fashioned wirkt.

Guido Fischer, 11.09.2021



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