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Zoltán Kodály, Antonín Dvořák

Duo für Violine und Violoncello op. 7 / Klaviertrio op. 90 „Dumky“

Nicolas Altstaedt, Barnabás Kelemen, Alexander Lonquich

Alpha/Note 1 ALP737
(58 Min., 7/2020)

Rau und ungeschönt beginnt das Duo für Violine und Violoncello op. 7 von Zoltán Kodály. Eine urwüchsige, volkstümliche Musik, die sich nicht an die Zuhörer heranschmeichelt und die gerade deshalb unter die Haut geht. Der Cellist Nicolas Altstaedt und der Geiger Barnabás Kelemen interpretieren dieses Werk mit geballter Energie und einer feinen Antenne für die anrührenden melancholischen Untertöne. Sie begeben sich dabei auf eine Spurensuche, die weit in die Vergangenheit zurückführt. Kodály zog einst durch die Regionen seiner Heimat, um den Gesang von Bauern aufzuzeichnen und ohne Folklorekitsch in seine Kompositionen aufzunehmen. Beim Spielen dieses Duos sehe er vor sich Szenen aus einem ungarischen Dokumentarfilm, der das Leben von Familien über Generationen hinweg darstellt, sagt Kelemen. Gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Lonquich nehmen sich die beiden Musiker außerdem das Klaviertrio op. 90 von Antonín Dvořák vor. Auch dieses Stück wurzelt in der Tradition der Volksmusik. Der Beiname „ Dumky“ ist der Plural von „Dumka“, einem elegischen Lied, das von Frauen und Mädchen auf dem Land gesungen wurde. Das Trio präsentiert die sechs kontrastreichen Sätze, in denen tiefe Sehnsucht und übermütige Lebensfreude spürbar werden, mit wohldosierter Emotionalität, die nie in übertriebene Gesten mündet. Eine mitreißende Aufnahme, die man nicht so bald vergessen wird. Als Weltersteinspielung ist auf der CD außerdem die erste Fassung von Dvořáks „Dumka III“ – Allegro moderato e grazioso zu hören. Der Mitschnitt entstand in der Pfarrkirche von Lockenhaus im Burgenland, wo Altstaedt die künstlerische Leitung des von Gidon Kremer gegründeten Kammermusikfestes innehat.

Corina Kolbe, 17.07.2021



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