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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Peter Eötvös, Igor Stawinski

„Alhambra“ (Violinkonzert Nr. 3) / „Le Sacre du Printemps“

Isabelle Faust, Orchestre de Paris, Pablo Heras-Casado

harmonia mundi HMM 905655
(58 Min., 9/2019)

Peter Eötvös, auch Dirigent, gehört zu jenen vorbildlichen Komponisten, deren Musik avanciert ist, die aber trotzdem auch zum Zuhören einlädt, die Instrumentalisten Futter gibt und das Repertoire auch für nicht spezialisierte Hörer bereichert. So etwa mit seinem jüngsten, wie stets schon durch den sprechenden Titel gewinnenden 3. Violinkonzert. Es heißt „Alhambra“ und ist „dem architektonischen Wunder dieses Palastes“ (Eötvös) der Mauren in der andalusischen Stadt Granada gewidmet – aber auch seiner feinsinnigen Solistin Isabelle Faust sowie dem Dirigenten Pablo Heras-Casado. Der war leider nur kurz Leiter des Festivals seiner Heimatstadt, wo das Werk im Juli 2019 uraufgeführt wurde. Beide haben das pausenlos 23-minütige so effektvolle wie sinnliche Stück nun mit dem Orchestre de Paris eingespielt. Etövös gedenkt dem Zauber des Ortes, der Verschränkung von spanischer und arabischer Kultur, die später durch Manuel de Falla, Claude Debussy, Maurice Ravel und andere Klang wurde. Brunnen, Mauern, Gärten, Sonnenuntergang, alles scheint man in Eötvösʼ atmosphärischen Klängen zu hören, die zudem die Buchstaben A-L-H-A-M-B-R-A in der Hauptmelodie verwenden. Die schimmernde Violine wird bei ihrem von den Intervallen der Quinte und des Tritonus bestimmten Spaziergang beständig von einer Mandoline begleitet, die in Skordatur gestimmt ist. Dazu passt seltsamerweise die Kombination mit Strawinskis „Bildern aus dem heidnischen Russland“. Denn so wie Heras-Casado den oftmals abgenudelten „Sacre du Printemps“ dirigiert, weich, ohne Überwältigungsdynamik, biegsam und rhythmisch federnd, so gelassen durchsichtig und inspiriert spielt hier auch das Orchestre de Paris. Klangzauber pur.

Matthias Siehler, 12.06.2021



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