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Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Christoph Willibald Gluck u. a.

„Beyond Words“ (Arien, arrangiert für Horn und Orchester)

Felix Klieser, Chaarts Chamber Artists

Edel/Berlin Classics 0301460BC
(57 Min., 8/2020)

Altbekannte barocke Arien und Kantanten präsentieren der Hornist Felix Klieser und die Chaarts Chamber Artists jetzt im neuen Gewand, nämlich als reine Instrumentalstücke. Dass Bläser und Streicher bei ihrem Spiel die menschliche Stimme zu imitieren versuchen, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Wenn aber das Horn den Sopran in der Arie „Lascia chʼio pianga“ aus Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo“, die Altstimme in Johann Sebastian Bachs „Bereite Dich, Zion, mit zärtlichen Trieben“ aus dem „Weihnachtsoratorium“ oder den Chor in Antonio Vivaldis „Gloria in Excelsis Deo“ ersetzt, lohnt es sich, genau hinzuhören. Klieser hat die Stimmen der Originalwerke nicht verändert, in manchen Stücken jedoch die Tonarten modifiziert. Auf diese Weise kann er das breite Ausdrucksspektrum seines Instruments gut ausschöpfen – mal klingt das Horn feiner, dann wieder voller. Besonders gelungen erscheint das Experiment beispielsweise beim „Cum dederit“ aus Vivaldis Psalm-Vertonung „Nisi Dominus“, das sonst Countertenöre interpretieren. Weniger überzeugt Klieser dagegen in „J'ai perdu mon Eurydice“ aus Christoph Willibald Glucks Oper „Orphée et Eurydice“. Da vermisst man doch die Flexibilität der Altstimme, und das Horn tritt zu volltönend in den Vordergrund. Begleitet wird Klieser von hervorragenden Streichern, die nicht zum Kreis der Originalklang-Ensembles zählen. Ihr leichter, fließender Klang harmoniert hier bestens mit dem Horn. Die Chaarts Chamber Artists, 2010 in Zürich gegründet, setzen sich aus Musikern aus ganz Europa zusammen. Nach dem Vorbild von Claudio Abbados Lucerne Festival Orchestra werden führende Kammerensembles, Solisten, Konzertmeister und Solobläser eingeladen.

Corina Kolbe, 20.02.2021



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