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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Sándor Veress, György Kurtág, Alberto Ginastera, Francisco Coll u. a.

„Plaisirs Illuminés“ (Kammermusikwerke, Konzerte u. a.)

Patricia Kopatchinskaja, Sol Gabetta, Camerata Bern, Francisco Coll

Alpha/Note 1 ALP580
(74 Min., 6/2019)

Bis heute wird das Schaffen des ungarischen Komponisten Sándor Veress kaum beachtet. Immer noch steht er im Schatten seiner Lehrer Bartók und Kodály sowie seiner Schüler Ligeti und Kurtág. Eine kleine Ehrenrettung hat jetzt die Geigerin Patricia Kopatchinskaja mit den Musikern der Camerata Bern versucht. Den Beginn macht Veressʼ 1966 für zwölf Streicher der Camerata Bern geschriebene „Musica Concertante“. Es ist ein motorisch wild pulsierendes, zwischen Neo-Strawinski und Balkan-Rhythmik changierendes Opus, das jetzt die perfekte Vorlage nicht nur für die eingestreuten Streicherduos und -trios von Kurtág, Bartók und Ligeti bildet. Das osteuropäische Flair flackert bisweilen auch in dem Streicherkonzert des Argentiniers Alberto Ginastera sowie in dem Doppelkonzert „Les Plaisirs Illuminés“ des Spaniers Francisco Coll auf. Geschrieben wurde dieses Stück für Violine, Cello und Kammerorchester für Kopatchinskaja und Sol Gabetta. Und die beiden Musikerinnen spielen sich in diesem auch iberisch aufgeheizten Hexenkessel die Bälle packend und mit geradezu blindem Verständnis zu. Schade nur, dass diese musikalische Reise durch die Welt der tief in der Tradition verwurzelten, gemäßigten Moderne mit zwei eher belanglosen Miniaturen endet – mit Collsʼ „Lalulalied“, bei dem Kopatchinskaja sich als Vokal-Kobold versucht, sowie mit der Camerata Bern als Vogelchor. Lieber hätte man stattdessen noch etwas von Veress gehört.

Guido Fischer, 16.01.2021



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