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Georg Friedrich Händel

Violinsonaten

Hiro Kurosaki, William Christie

Virgin Vertitas/EMI 545 554-2
(59 Min., 9/2002) 1 CD

Seit Anfang der 50er Jahre Erich und Elma Doflein die Violinsonaten von Händel für den Geigenunterricht entdeckt und sechs davon in Noten herausgegeben haben, sind die Stücke der Schrecken so mancher Schülerabende - vergleichbar nur noch mit gewissen Konzerten von Anton Vivaldi. Und die Sonaten sind ja auch so schön leicht: Der Umfang reicht meist nur bis zur dritten Lage, man kann mit ein paar Doppelgriffen glänzen, schnell erschließt sich die muntere, manchmal auch melancholische, immer jedoch eingängige Melodik, und wenn der junge Violineleve vom Lehrer am Klavier begleitet mit so einem Viersätzer glänzt, ist ihm der Erfolg der geneigten Angehörigen und Freunde sicher. So wirkt es geradezu wie ein Understatement, wenn sich William Christie, der Leiter des ansonsten groß besetzten Barock-Ensembles “Les Arts Florissants”, allein mit seinem Konzertmeister Hiro Kurosaki in eine Pariser Kirche begibt, um sieben gerade dieser viel geplagten Piècen aufzunehmen. Aber: Die Einspielung wurde zu einer der Kostbarkeiten, die gerade dann gelingen, wenn große Könnerschaft hinter scheinbar Leichtem walten darf. Kurosaki verwandelt die Sonaten in kleine Barockarien, in denen sein Instrument als Primadonna glänzt. Händel atmet, singt und lebt - fein abschattiert von ausgeklügelten Kontrasten zwischen vollgriffig und transparent im Tasteninstrument. Am Ende bleibt so manche Melodiewendung im Ohr hängen, und man ertappt sich beim Vor-sich-hin-Pfeifen. Schade, dass das Duo nicht noch ein paar weitere Sonaten aufgenommen hat. Platz wäre auf der CD ja gewesen.

Oliver Buslau, 08.03.2003



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