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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



Ludwig van Beethoven

Die Klaviertrios

Daniel Barenboim, Michael Barenboim, Kian Soltani

DG/Universal 4838494
(207 Min., 12/2019) 3 CDs



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Ludwig van Beethoven

„Beethov3n“ (Die Klaviertrios)

Trio Sōra

Naïve/Indigo 05203202
(185 Min., 10/2019, 3 & 7/2020) 3 CDs



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Der runde Geburtstag eines großen Komponisten bringt meist auch einen ganzen Schwung von Einspielungen altbekannter Werke mit sich. Vor allem, wenn der Jubilar Ludwig van Beethoven heißt. Brandneue Aufnahmen derselben Stücke vergleichen zu können, kann durchaus reizvoll sein – zumal man zurzeit Corona-bedingt auch mehr Muße zum CD-Hören hat. Nicht nur Daniel Barenboim, sein Sohn Michael Barenboim und der Cellist Kian Soltani, sondern auch das französische Trio Sōra haben sich die sechs Klaviertrios op. 1, op. 70 und op. 97 vorgenommen.
Die Unterschiede zwischen den Interpretationen sind nicht zu überhören. Äußerst klangschön und geschmackvoll lassen die Barenboims und Soltani Beethovens den kecken Erstling op.1/I Es-Dur erklingen. Vater Barenboim scheint am Klavier jede einzelne Note genüsslich auszukosten. Dagegen gehen die Pianistin Pauline Chenais, die Geigerin Clémence de Forceville und die Cellistin Angèle Legasa dieses Stück auf ihrem Debütalbum mit jugendlichem Ungestüm an. Sie liefern eine forsche, frische Lesart des Allegro, die sich weniger auf den besonderen Augenblick konzentriert, dafür aber die Hörer unweigerlich mit sich reißt. Dass es hier nicht an Tiefgang fehlt, erkennt man gleich beim zweiten Satz, Adagio cantabile, der sich in berückend schönen Melodiebögen entfaltet. Den 1795 komponierten Stücken op. 1 folgen die 1808 entstandenen Trios op. 70/I und 70/II, darunter das stürmisch losbrechende „Geistertrio“, das seinen Namen dem Beethoven-Schüler Carl Czerny verdankt. Auf der Aufnahme mit Barenboim wird das „Erzherzog-Trio“ op. 97 von 1811 in der Reihenfolge vorgezogen. In seinem letzten Stück für diese Gattung entführt Beethoven die Zuhörer im Andante cantabile in eine Art Traumgefilde. In der Coda des Variationssatzes gerät die Melodie immer wieder ins Stocken. Daniel Barenboim und seinen Partnern gelingt es sehr eindrucksvoll, diese intensive, unwirkliche Stimmung greifbar zu machen. Auf ihrem Album findet sich außerdem ein Werk, das beim Trio Sōra nicht vorkommt: die von Ironie durchzogenen Klaviertrio-Variationen op. 121a, die Beethoven über Wenzel Müllers populären Gassenhauer „Ich bin der Schneider Kakadu“ schrieb.

Corina Kolbe, 26.12.2020




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