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Franz Schmidt

Sämtliche Sinfonien, „Notre Dame“-Intermezzo

hr-Sinfonieorchester, Paavo Järvi

DG/Universal 4838336
(181 Min., 2013–2018) 3 CDs

Süffig und hochgradig sentimental, große lyrische Streicherbögen und feiste Bläserbreitseiten und dazu diese ständigen Infusionen aus dem Schaffen prominenter Kollegen wie Mendelssohn, Wagner, Bruckner und vor allem Richard Strauss – so in etwa fällt der Grundton aus, den Franz Schmidt im Laufe seiner vier Sinfonien immer wieder variiert hat. Zwischen 1899 und 1933 sind sie entstanden. Und angesichts der musikalisch wenig entwicklungsfreudigen, ja gar die neuesten Klangmoden jener Zeit völlig ignorierenden Haltung muss man dem in Bratislava geborenen, österreichischen Komponisten wohl geringen schöpferischen Wagemut oder ganz einfach gesagt: fehlende Fantasie attestieren. Und trotzdem ist die Gesamteinspielung der Sinfonien, mit der die Deutsche Grammophon sich endlich wieder einmal einer Randfigur der klassischen Moderne widmet, unbedingt hörenswert. Denn dem von Paavo Järvi geleiteten hr-Sinfonieorchester gelingt es, einen mit all den rauschend-kulinarischen, stets körperreich und durchsichtig ausmusizierten Klangfarben in jeder Sekunde zu packen und bei der Stange zu halten. Da fragt man sich zwar ständig, wo und bei wem Schmidt nun dieses und jenes wieder geklaut hat. Aber er hat es nun mal hörenswert gut gemacht, wie diese Aufnahme beweist.

Guido Fischer, 19.09.2020



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Kommentare

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Meiernberg
Hallo Herr Fischer, meinen Sie, Sie liegen richtig, wenn Sie Franz Schmidt mehr oder weniger als Epigonen, Abschreiber und ideenlosen Nicht-Neuerer beschreiben? Sie sollten seine Musik mal mit dem Herzen hören (z.B. 1.Sinfonie, 2.Satz) und nicht nur Analysen betreiben und pinkelig danach suchen, was er alles getan und nicht getan hat. Wenn Sie Schmidts Musik mal mit dem Herzen und dem Gefühl hören, werden Sie verstehen, was für ein großartiger Komponist er war. Aber ich befürchte: Sie können das nicht!




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