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Jazznavour

Charles Aznavour

EMI 4 96903 2
(49 Min.) 1 CD

Charles Aznavour ist sicher für die meisten Deutschen der Vertreter des französischen Nachkriegs-Chansons schlechthin. Mittlerweile ist er auch einer der letzten Superstars der Spezies “auteur/compositeur/interprète” (“chansonnier” ist in Frankreich ein singender Kabarettist); Barbara, George Brassens, Jacques Brel, Léo Ferré und Yves Montand leben nicht mehr. Als Textdichter ist Aznavour jegliche Prätention fremd. Seine Lieder erzählen schlicht kleine Geschichten, wie dies auch die klassischen Songs des großen amerikanischen Song Book tun.
Und wie diese gehen sie, wenn auch mitunter haarscharf an der Grenze zur Trivialität vorbeischlingernd, geradewegs unter die Haut. Als Komponist verbindet Charles Aznavour mit der Selbstverständlichkeit des großen Songwriters typische Chanson-Elemente mit amerikanischer Lässigkeit, und natürlich ist das alles auf die Stimme des Interpreten Aznavour zugeschnitten, die in der Tat den Ehrentitel à la Sinatra “The Voice” verdiente. Wie bei “Old Blue Eyes” hat sie diesen relaxten Swing in jeder Phrase.
Jetzt ist endlich das Naheliegende verwirklicht worden: Charles Aznavour hat eine CD mit einer Jazz-Big-Band eingespielt. Als Solisten brillieren Eddy Louiss, Michel Petrucciani, Richard Galliano und Jacky Terrasson. Auf zwei Nummern ist Charles Aznavour mit Dianne Reeves im Duo zu hören, und der Kontrast zwischen afro-amerikanischem Broadway-Feeling und der gallischen Magie des Olympia de Paris ist voll abgründigen Reizes.

Thomas Fitterling, 31.01.1999



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