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Five Birds and Strings

Axel Fischbacher Quintet & Kammerphilharmonie Wuppertal

Jazzsick/The Orchard/Bertus JSCD5118
(43 Min., 2019)

Im Jahr 2016 legte das Quintett um den Gitarristen Axel Fischbacher mit der Aufnahme „Five Birds“ eine Verbeugung vor dem Begründer des modernen Jazz vor, in der Stücke von Charlie Parker liebevoll-gewitzt renoviert wurden.
Mit der Hinzunahme der neun Streicher und Zupfer der Kammerphilharmonie Wuppertal macht der Fünferbund da weiter, wo Bird Parker 1954 mit einem Eklat aufhörte, als er während eines Konzerts im „Birdland“ seine Streichersektion auf offener Bühne feuerte.
Von derartigen Misstönen bleibt Fischbachers „Five Birds and Strings“ glücklicherweise verschont – vielmehr agieren die klassischen Musiker und die Jazzinstrumentalisten auf Augenhöhe. So etwa im Auftaktstück „I Can Still See You There“, das der von Werner Dickel geleiteten Kammerphilharmonie die Gelegenheit gibt, mit Schmiss, Schmelz und Swing in aller Ruhe die Motivik der Komposition vorzustellen, bevor das Jazzquintett organisch einsteigt und die Fäden vorsichtig aufnimmt.
Ähnlich verhält es sich auch mit Nummern wie „Chromiles One“ oder „Room 192“, die von selbstbewusst agierenden Streichern im Geiste Debussys oder Strawinskis gelegentlich unter Walking-Bass-Begleitung eingeleitet werden, bis dann gemeinsam mit Fischbacher, Denis Gäbel am Sax, Matthias Bergmann am Flügelhorn, Nico Brandenburg am Bass und Tim Dudek am Schlagzeug die Bebop-Post abgeht. Wenn man genau hinhört, kann man noch Fragmente von Parker-Klassikern wie „Donna Lee“ erkennen.
Dass die Einspielung an keiner Stelle betulich oder vergangenheitsverklärend wirkt, verdankt sich der gitarristischen Ausrichtung des Ober-Vogels: Fischbacher ist hörbar von der Erdigkeit eines John Scofield geprägt (man höre etwa „Soft Machine“). Und so klingt die Hommage an Bird Parkers berühmte „With Strings“-Aufnahme von 1950 nicht nur durch das Weglassen von Harfe und Oboe aktuell und frisch.

Josef Engels, 04.04.2020



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