Responsive image
Richard Strauss

Vier letzte Lieder, Klavierlieder

Diana Damrau, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons, Helmut Deutsch

Erato/Warner 9029530346
(73 Min., 01 & 09/2019)

Es ist die erste nicht: Schon 2011 hat Diana Damrau ein ganzes Album mit Richard-Strauss-Orchesterliedern aufgenommen. Damals stand der Lordsiegelbewahrer Christian Thielemann am Pult der Münchner Philharmoniker. Jetzt sind Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ihre so wachen wie dynamisch subtilen Begleiter. Eigentlich sollte es wieder ein Album mit Orchesterliedern werden, zentriert um die „Vier letzten Lieder“, nur eine Überschneidung („Morgen“) gibt es mit der älteren Scheibe. Doch Gesundheitsprobleme der Damrau verhinderten zunächst die Komplettierung dieses Plans. Und dann starb der lange schon herzkranke Dirigent – nach einem letzten Konzert mit der wiederum von einer Erkältung geplagten Damrau in New York. So sitzt jetzt Helmut Deutsch für den Großteil des Albums am Klavier und führt feinfühlig als Grandseigneur der Liedpartner durch die vorwiegend für eine hohe Frauenstimme gedachten Werke. Die Damrau singt die textklug, deutlich, ob den Zyklus „Mädchenblumen“, die Ophelia-Lieder oder sehr Bekanntes wie „Ruhe, meine Seele“ und „Du meines Herzens Krönlein“. Schlichtheit und inniges Verständnis paaren sich hier gut. Weniger gelungen sind hingegen die gerade so fertiggestellten „Vier letzten Lieder“. Diana Damrau hat inzwischen die leichtlebige Koloratur hinter sich gelassen, sucht im lyrisch-dramatischen Repertoire. Jetzt tönt ihr früher leuchtender Sopran angestrengt und gleichzeitig zu hell und zu leicht. So klingt manches verspannt und nur mit Technik erkämpft, anderes flutet nicht frei und üppig genug. „Wie sind wir wandermüde? Ist das vielleicht der Tod?“ – was jetzt ein ergreifendes Requiem auch für Jansons in seiner vermutlich letzten Studioeinspielung hätte werden können, ist nur ein weiterer Posten in der vielfältigen Diskografie dieser Stücke; und keiner ganz weit oben. Leider.

Matthias Siehler, 14.03.2020



Diese CD können Sie kaufen bei:


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wo kam das auf einmal her? Fragte man sich, als im November vergangenen Jahres dieser Schubert-Zyklus mit Nikolaus Harnoncourt und dem Chamber Orchestra of Europe aus den ORF-Archiven wie von Zauberhand wiederauftauchte. Harnoncourt war mit dem Kammerorchester eng verbunden, die Schubert-Sinfonien hatte er beim von ihm gegründeten Styriarte-Festival in Graz 1988 wellenschlagend dargeboten. Nun ist der Live-Mitschnitt auf 4 CDs erhältlich. Sowohl der Dirigent als auch das Orchester beweisen […] mehr »


Top