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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Richard Strauss

Vier letzte Lieder, Klavierlieder

Diana Damrau, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons, Helmut Deutsch

Erato/Warner 9029530346
(73 Min., 01 & 09/2019)

Es ist die erste nicht: Schon 2011 hat Diana Damrau ein ganzes Album mit Richard-Strauss-Orchesterliedern aufgenommen. Damals stand der Lordsiegelbewahrer Christian Thielemann am Pult der Münchner Philharmoniker. Jetzt sind Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ihre so wachen wie dynamisch subtilen Begleiter. Eigentlich sollte es wieder ein Album mit Orchesterliedern werden, zentriert um die „Vier letzten Lieder“, nur eine Überschneidung („Morgen“) gibt es mit der älteren Scheibe. Doch Gesundheitsprobleme der Damrau verhinderten zunächst die Komplettierung dieses Plans. Und dann starb der lange schon herzkranke Dirigent – nach einem letzten Konzert mit der wiederum von einer Erkältung geplagten Damrau in New York. So sitzt jetzt Helmut Deutsch für den Großteil des Albums am Klavier und führt feinfühlig als Grandseigneur der Liedpartner durch die vorwiegend für eine hohe Frauenstimme gedachten Werke. Die Damrau singt die textklug, deutlich, ob den Zyklus „Mädchenblumen“, die Ophelia-Lieder oder sehr Bekanntes wie „Ruhe, meine Seele“ und „Du meines Herzens Krönlein“. Schlichtheit und inniges Verständnis paaren sich hier gut. Weniger gelungen sind hingegen die gerade so fertiggestellten „Vier letzten Lieder“. Diana Damrau hat inzwischen die leichtlebige Koloratur hinter sich gelassen, sucht im lyrisch-dramatischen Repertoire. Jetzt tönt ihr früher leuchtender Sopran angestrengt und gleichzeitig zu hell und zu leicht. So klingt manches verspannt und nur mit Technik erkämpft, anderes flutet nicht frei und üppig genug. „Wie sind wir wandermüde? Ist das vielleicht der Tod?“ – was jetzt ein ergreifendes Requiem auch für Jansons in seiner vermutlich letzten Studioeinspielung hätte werden können, ist nur ein weiterer Posten in der vielfältigen Diskografie dieser Stücke; und keiner ganz weit oben. Leider.

Matthias Siehler, 14.03.2020



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