Richard Strauss

Also sprach Zarathustra, Burleske

Daniil Trifonov, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

BR Klassik/Naxos 900182
(61 Min., 10/2017)

 

Camille Saint-Saëns, Francis Poulenc

Sinfonie Nr. 3 „Orgelsinfonie“ / Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken

Iveta Apkalna, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

BR Klassik/Naxos 900178
(61 Min., 05/2019)

 

Der Tod beschleunigt noch einmal die Veröffentlichungswelle. Das ist im Fall des am 1. Dezember 2019 verstorbenen, weltweit hochgeschätzten Mariss Jansons nicht anders. Die Sony verpackt ihre alten Aufnahmen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks noch einmal neu. Und BR Klassik, anteilig auch gegründet, um die mitgeschnittenen Konzerte des Chefs zu vermarkten, legt CD-mäßig fleißig nach. Auf gleich zwei Scheiben wird jetzt Audioausbeute von 2017 und 2019 veröffentlicht. Und es sind bis auf die Orgelsymphonie von Camille Saint-Saëns, die er 1994 schon einmal mit dem Oslo Philharmonic Orchestra festgehalten hat, alles Ersteinspielungen.
Sehr gelungen ist dabei die Strauss-CD. Die beginnt mit „Also sprach Zarathustra“, einem gern gespielten Jansons-Juwel. Von der anfänglichen Fanfare an spürt man das Bemühen, nicht in Routine zu verfallen, Noten und Bedeutung wie neu auszukosten, Seinszustände Musik werden zu lassen. Jansons und seine Musiker beherrschen das Zarte und das Harte, schwelgen könnerisch in den großen Instrumentalsteigerungen, aber können sich auch pianofein und strukturzart klein machen. Daniil Trifonov mit seinem zupackend technikverliebten, aber auch perlend legato-streichfähigen Klavierspiel ist genau der richtige Solist für eine knusprig virtuose Burleske, die stets brillant rauscht, nie schwerfällig wird.
Eine richtige Repertoiretat ist auch die CD mit französischer Musik, die das gute Verhältnis zu einer anderen Lettin herausstellt: der souveränen Hausorganistin der Elbphilharmonie, Iveta Apkalna. Hier herrscht höchste Übereinstimmung in Tempo- wie Rhythmikfragen, in der farblichen Tönung, in einer stufenlos fahrbaren Dynamik. Der Saint-Saënschen Instrumentalsinfonie gibt sie eine festlich-meditative Anmutung, vor allem der zweite Satz, Poco adagio, gelingt traumhaft weich und feingeistig. Das Poulencsche Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken spielen alle Beteiligten mit frechem Witz, galanter Salonkultur und sehr französischem Esprit. So mag man beide Scheiben eigentlich gleich wieder einlegen!

Matthias Siehler, 07.03.2020




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