home

N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



Responsive image

Alterations

Robin McKelle

Doxie Records/The Orchard/Bertus CDUS19991
(50 Min., k. A.)

Als die Sängerin Robin McKelle 2006 ihre Karriere startete, galt sie als eine jener Standard-Wiederbeleberinnen à la Jane Monheit, die unter Bigband-Begleitung gekonnt nostalgisches Material aufbereitete. Eine Rolle, mit der sich die US-Amerikanerin mit Wahlheimat Paris auf die Dauer aber nicht anfreunden konnte. Immer mehr bewegte sie sich weg von der reinen Lehre des Vocal-Jazz hin zum angesoulten Sixties-Rock ihrer Einspielungen „Heart of Memphis“ (2014) oder „The Looking Glass“ (2016) – kurz: Sie beackerte den Boden, auf dem Amy Winehouse bis zu ihrem viel zu frühen Tod eine reichliche Ernte einfahren konnte.
Vor diesem Hintergrund ist das Eröffnungsstück von McKelles Liedersammlung „Alterations“, Winehouses „Back to Black“, die perfekte Wahl: Denn es markiert McKelles Rückkehr zu den dunklen Früchten des Jazz, ohne ihre mehrjährige intensive Beschäftigung mit den Gewächsen des Blues, Country oder Retro-R&B zu verraten.
Gemeinsam mit ihrem Quartett, zu dem unter anderem der fabelhafte Gitarrist Nir Felder gehört, interpretiert die Sängerin lauter Stücke von starken Frauen wie Dolly Parton, Joni Mitchell, Adele oder Carole King mit geschmackvoller Anverwandlungskunst. Und bis auf die deftig nach Dr. Johns New-Orleans-Funk klingende Janis-Joplin-Verbeugung „Mercedes Benz“ bleibt die Aufnahme ganz dem klassischen Jazzidiom der Prä-Fusion-Zeit verpflichtet. Es swingt der Bass, es raunt die Orgel, mal schunkelt es auch afrokubanisch – spießig wird es aber nie.
Was sich der Stimme der Bandleaderin verdankt: McKelle verfügt über ein reiches Ausdrucksarsenal, das von der Biegsamkeit einer Ella Fitzgerald über die Soulakrobatik einer Aretha Franklin bis hin zur kehligen Verletzlichkeit einer Randy Crawford reicht. Die klug eingesetzten Gäste Keith Loftis am Tenorsaxofon in McKelles Eigenkomposition „Head High“ sowie der Trompeter Marquis Hill in der balladesk-rumbahaften Version des Lana-Del-Rey-Hits „Born to Die“ runden die höchst unterhaltsame Aufnahme ab. Eine reife Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

Josef Engels, 07.03.2020



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Beginn ist bekanntlich eine sehr delikate Phase. Womit also fängt man an, als junges Klaviertrio, die ersten Schritte machend auf dem diskografischen Karriereweg? Das Silver Trio hat für sein Album-Debüt Beethoven, Rachmaninow und Bernstein ausgewählt. Eine durchaus merkwürdige Kombination, nicht weil man Musik verschiedener Epochen nicht auf einer CD vereinen dürfe – ganz im Gegenteil, so machen es viele Ensembles teils mit großem Erfolg. Da einem aber irgendwie keine Verbindung […] mehr


Abo

Top