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Miesczysław Karłowicz, Stanisław Moniouszko

Lieder

Piotr Beczała, Helmut Deutsch

NIFC/Note 1 NIFCCD114
(53 Min., 10/2018)

Von Trauer, Schmerz und vergangenem Glück handeln die meisten Lieder von Miesczysław Karłowicz. 22 konnte er insgesamt schreiben, bevor er 1909 32-jährig in der hohen Tatra durch eine Lawine ums Leben kam. 21 der Lieder machen den ersten Teil dieser CD aus. Effektvolle Kantilenen, harmonisch süffige Klavierbegleitungen – ein Repertoire, das weit eher an die Canzonen von Francesco Paolo Tosti erinnert als etwa an das deutschsprachige Liedgut des 19. Jahrhunderts. Macht aber nichts: Mit einem Sänger wie Piotr Beczała, der ungebrochen seinen naturgemäß originären Zugang zum osteuropäischen Repertoire mit diesem gewissen Fritz-Wunderlich-Zauber vor allem beim Ansturm auf Spitzentöne und sonstige Höhepunkte verbindet, ist jede Minute der Musik ein Genuss. Deutlich hörbar gern dabei ist auch Helmut Deutsch, dieser ungeheuer erfahrene, umfassendst im gesamten Liedrepertoire bewanderte Begleiter, den sich jeder Sänger nur sehnlichst als Partner wünschen kann. Beczała und Deutsch ergänzen das nicht ganz CD-füllende Karłowicz-Programm um fünf Lieder von Stanisław Moniouszko (es hätten auch noch ein paar mehr sein können). Zwei Generationen jünger ist dieser andere große polnische Komponist, mit seiner Tonsprache daher entsprechend mehr in der genuinen (und nicht in der spät-blühenden) Romantik zu verorten. Fetzige Tanzrhythmen bestimmen einerseits die für dieses Album getroffene kleine Auswahl aus Moniouszkos über 300 Liedern, andererseits auch – vor allem in Gestalt der polnischen Adaption von Goethes „Kennst du das Land?“ – die Kantilenen-Kunst des Meisters: Peter Schreier soll die Melodie des letzteren Liedes begeistert mit Schuberts Version verglichen haben.

Michael Wersin, 08.02.2020



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